Er hält sich für den Größten und haut immer wieder politisch unkorrekte Sprüche zum Fremdschämen raus - der latent frauenfeindliche und rassistische Bürochef Bernd Stromberg. Aber auch wenn Christoph Maria Herbst (59) den Stromberg im Kino-Comeback erneut brillant spielt, sieht er kaum Ähnlichkeiten: «Auf mich selbst hat Stromberg eigentlich nicht großartig abgefärbt», sagte Herbst der Deutschen Presse-Agentur auf dem roten Teppich bei der Filmpremiere in Berlin. «Er ist ja durchaus antifeministisch. Und ich bin mit zwei älteren Schwestern groß geworden. Also mir ist der Feminismus geradezu in die Wiege gelegt», erläuterte der Schauspieler. «Insofern war Stromberg für mich immer schon eine Figur, die so dermaßen derbe weit weg war von mir, dass ich von dem nichts lernen musste.»
Diese Art von Chefs «sind ja überall»
Dabei sind für Mädel cholerische, strenge Chefs ökonomisch gesehen kein Erfolgsmodell. «Ich meine, Stromberg ist in erster Linie einfach faul, inkompetent und egoistisch. Und nein, ich glaube nicht daran, dass man mit so einem negativen Verhalten unbedingt Gutes aus seinen Mitarbeitern rausholt. Also falsches Konzept», sagte Mädel.
Allerdings wohl kein seltenes Phänomen, glaubt Stromberg-Regisseur Arne Feldhusen: «Ob es diese Art von Chefs noch gibt? Ich glaube schon. Die sind ja überall. Wenn der komplett aus der Zeit gefallen wäre, dann wäre unsere Geschichte so gar nicht authentisch, und ich glaube, das würde man merken.»
Und was macht einen guten Chef heutzutage aus? Für Bjarne Mädel kann die Antwort sehr simpel sein: «In erster Linie gute Bezahlung. Also faire Bezahlung.»
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