Ein großer Teil der Jugendlichen will laut einer Studie soziale Medien im Internet weniger nutzen - schafft es zugleich aber nicht. Außerdem spricht sich die Mehrheit der Befragten für ein Handyverbot im Schulunterricht oder Klassenzimmer aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie zu Internet-Medien im Alltag von Jugendlichen von Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung. Befragt wurden demnach mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren.
73 Prozent verbringen mehr Zeit in sozialen Medien, als ihnen lieb ist
Die Mehrheit der Jugendlichen schafft es laut der Umfrage nicht, ihre Nutzung zu begrenzen. 73 Prozent verbringen mehr Zeit damit, als ihnen lieb ist. 56 Prozent würden soziale Medien gern weniger nutzen, schaffen es aber nicht. 70 Prozent der Mädchen und jungen Frauen sagen, sie würden dadurch andere Dinge vernachlässigen – bei jungen Männern liegt dieser Anteil mit 53 Prozent deutlich darunter.
An den Schulen der allermeisten Jugendlichen gelten generelle oder weitgehende Handyverbote. Ein komplettes Handyverbot im Unterricht oder Klassenzimmer befürworten immerhin 60 Prozent der Befragten.
Jugendliche wünschen sich besseren Unterricht zum Thema
Aber nur die Hälfte (49 Prozent) der Schüler und Schülerinnen und der Auszubildenden gibt an, einen verantwortlichen und sinnvollen Umgang mit sozialen Medien an ihrer Schule zu lernen. Die Mehrheit von über 80 Prozent wünscht sich ein breiteres medienpädagogisches Angebot wie Unterrichtseinheiten zum besseren Umgang mit sozialen Medien, dezidierte Schulprojekte und spezielle Tipps.
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) wird nach einem begleitenden Podcast zitiert: «Die Studie zeigt deutlich: Jugendliche wünschen sich Unterstützung im Umgang mit sozialen Medien – nicht nur pauschale Verbote.» Der Auftrag sei klar: «Wir müssen jungen Menschen die Fähigkeiten vermitteln, digitale Inhalte kritisch zu hinterfragen, eigene Grenzen zu setzen und selbstbewusst mit sozialen Netzwerken umzugehen.»
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