In den Toiletten hängen Discokugeln, es läuft Musik, Fliesen und Wände sind bunt gestaltet. Schüler in zahlreichen Bundesländern haben im Zuge des Wettbewerbs «Toiletten machen Schule» ihre Klos in Wohlfühlorte verwandelt. Die Deutsche Toilettenorganisation (GTO), die sich weltweit für eine Verbesserung der Sanitärversorgung einsetzt, hat am Dienstag Schulen aus München, Unna und Winsen an der Luhe für ihren Einsatz mit Preisen im Wert von 50 000 Euro ausgezeichnet und Sonderpreise an sieben weitere Schulen vergeben. Die Auszeichnung fand während des ersten deutschen Schultoiletten-Gipfels statt.
Mit Konzepten für ihre Toiletten hatten sich laut Koordinatorin Svenja Ksoll 135 Schulen mit mehr als 76 000 Schülern aus 14 Bundesländern beteiligt. Nicht dabei waren Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Der Deutsche Städtetag will Ideen aus dem Wettbewerb verbreiten.
Deprimierende Stimmung auf dem Schulklo
Achtklässler Hendrik Simon und seine Hellweg Realschule in Unna-Massen gehören zu den Hauptpreisträgern. Die dortige Schultoilette ist jetzt eine regelrechte Wohlfühloase - mit Discokugeln, Pflanzen, Duftspendern, Kleiderhaken, Handyhaltern, ausreichend Toilettenpapier, Seife und Licht. Das war vor der Umgestaltung ganz anders: «Urin war auf dem Boden, der war dadurch auch klebrig und hat sehr stark gestunken. Die Toilette war sehr dunkel und viele Toilettendeckel waren durch Vandalismus zerstört. Es herrschte eine sehr deprimierende Stimmung», erinnert sich der Schüler, der sich den Gang auf die Toilette in der Schule jahrelang verdrückt hat. «Es war nicht schön, mit so einem dringenden Gefühl im Unterricht zu sitzen», erzählt der 14-Jährige.