Dreijähriges Mädchen in Hennigsdorf in Kita vergessen – Polizei prüft Fürsorgepflicht
Erzieherinnen haben in Hennigsdorf nordwestlich von Berlin ein dreijähriges Mädchen in der Kita vergessen und Feierabend gemacht. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts, dass gegen die Fürsorgepflicht verstoßen wurde, wie ein Sprecher sagte. Die Mutter habe gegen 16.45 Uhr vor verschlossenen Türen gestanden, als sie ihr Kind - innerhalb der Öffnungszeit - abholen wollte, teilte die Polizei am Vormittag mit. Zuvor berichtete die «Märkische Oderzeitung». Die Frau entdeckte ihre dreijährige Tochter am 22. Oktober auf einem Klettergerüst der Kita - die Mitarbeiter waren nicht mehr da. Ein Bauarbeiter von einer angrenzenden Baustelle habe sich um die Kleine gekümmert und mit ihr auf die Mutter gewartet, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Nord. Er sei durch eine Öffnung des Zaunes auf das Kita-Gelände gelangt. Die Erzieherinnen hätten offenbar angenommen, dass alle Kinder abgeholt worden seien. Aber warum genau die Dreijährige vergessen wurde, war bislang nicht klar. «Hat sie sich möglicherweise auch aus Spaß versteckt oder saß vielleicht hinter einem Spielgerät?», so der Polizeisprecher. Die Kita sollte jedenfalls bis 17.00 Uhr offen sein, wie es hieß. Es sei niemandem etwas passiert. «Es ist alles glücklich ausgegangen», so der Sprecher der Polizei. Die Behörde geht davon aus, dass das Mädchen weniger als eine halbe Stunde allein gewesen sei. Auch die Stadt als Träger der Kindestagesstätte in einem Hennigsdorfer Ortsteil prüft laut Polizei den Fall. Die Mutter erstattete eine Anzeige. Wegen Vorwürfen der Kindeswohlgefährdung zwischen 2019 und 2023 gegen damalige Erzieherinnen in dieser Kita war es zu einem Gerichtsverfahren gekommen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenBauarbeiter kümmert sich um Dreijährige
«Glücklich ausgegangen»