In Brandenburg ist ein Versuchsprojekt zum digitalen Distanzunterricht in der beruflichen Bildung gestartet. «Die Weiterentwicklung digitaler Beschulungsinstrumente ist dringend notwendig», sagte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD). Er informierte sich zum Start am Montag in Wittenberge über die Möglichkeiten des Digitalunterrichts. Digitales Lernen könne den Zugang zu Bildung erleichtern und Inklusion fördern, so Freiberg.
Ziel des Pilotprojekts sei, langfristig gute Bildungsangebote an allen Standorten zu erhalten oder zu schaffen. Dies gilt laut Freiberg vor allem für ländliche Regionen, wo die räumlichen Distanzen oft groß seien. Es gehe nicht vorrangig darum, Lehrkräfte einzusparen. Das Land habe die Voraussetzungen für den Digitalunterricht geschaffen, etwa mit der Anfang Februar in Kraft getretenen Novelle des Schulgesetzes, mit der digitaler Distanzunterricht erstmals auf eine gesetzliche Grundlage gestellt worden sei.
Der Schulversuch beinhaltet zwei verschiedene Modelle. Beim «synchronen Distanzunterricht» werden eine oder mehrere Unterrichtseinheiten standortübergreifend live übertragen. Alle Schüler befinden sich dabei in der Berufsschule, wo die technisch notwendige Ausstattung vorhanden ist. Auf diese Weise soll ein direkter Austausch zwischen den zugeschalteten Klassenräumen möglich sein. Beim «asynchronen Distanzunterricht» müssen die Berufsschüler nicht gleichzeitig anwesend sein. Sie können Unterrichtseinheiten selbstständig absolvieren. Diese Unterrichtsform soll erst ab dem kommenden Schuljahr erprobt werden, hieß es.