Brandenburg: Landesschülerrat legt Zehn-Punkte-Plan vor - mehr Politische Bildung, Medienbildung und Schutz der mentalen Gesundheit
Brandenburgs Schülerinnen und Schüler haben einen Zehn-Punkte-Plan für die Bildungspolitik aufgestellt: Darin fordern sie unter anderem mehr Rücksicht auf ihre mentale Gesundheit und mehr Unterricht über Politik und über Medien an den Schulen. Außerdem wollen sie mehr Mitspracherecht in politischen Entscheidungen - etwa bei der Überarbeitung der Rahmenpläne - und dass die Leistungsbewertung via Noten in allen Fächern überdacht wird. Konkrete Vorschläge sind: Um Stress zu reduzieren und damit mentalen Belastungen entgegenzuwirken, sollen unangekündigte Tests abgeschafft werden. Zudem stellt der Landesschülerrat die Idee in den Raum, dass Politische Bildung ein Pflichtfach von der 5. Klasse bis zum Schulabschluss wird und Medienbildung ab der 3. Klasse als eigenständiges Fach eingeführt wird. «Es geht nicht mehr nur darum zu verstehen, wie beispielsweise das Herrschaftssystem in Athen funktioniert hat», begründet Landesschülersprecher Jakob Stamm den Plan. «Sondern es geht ganz konkret darum zu lernen: Wie kann ich als junger Mensch partizipieren?» Es helfe, Zukunftsängste abzubauen, wenn Schülerinnen und Schülern wüssten: «Wie kann ich Dinge, die mich persönlich stören, verändern?» Mehr Aufklärung über Demokratie sei dringend nötig angesichts extremistischer Strömungen in der Gesellschaft. Vertreten werden die Schülerinnen und Schüler in Brandenburg durch Jakob Stamm (16) vom Hannah-Arendt-Gymnasium in Potsdam, Mia Neumann (15) vom Gymnasium auf den Seelower Höhen und Paul Gering (16) vom Friedrich-Anton-von-Heinitz-Gymnasium in Rüdersdorf. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) zollte dem Engagement des Landesschülerrates seinen Respekt, dieser sei ein wichtiger Ansprechpartner für das Ministerium.«Ich nehme die Forderungen sehr ernst und lasse sie in meinem Haus prüfen», teilte der Minister der Deutschen Presse-Agentur mit. Hoffmann verspricht Gespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern der Schülerschaft, dämpfte aber zugleich die Erwartungen: «Nicht alle Wünsche, auch wenn sie sinnvoll und nachvollziehbar sind, lassen sich erfüllen. Vor allem die finanzielle Situation des Landes setzt uns hier deutliche Grenzen.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenSchülersprecher: Zukunftsängste durch Beteiligung abbauen
Bildungsminister: «Lasse Forderungen in meinem Haus prüfen»
Hier alle zehn Forderungen des Schülerrats im Überblick: