Warnstreik der Charité vor Abgeordnetenhaus – Verdi droht mit Erzwingungsstreik
Beschäftigte der Universitätsmedizin Charité sind zur Stunde zum Warnstreik vor dem Berliner Abgeordnetenhaus aufgerufen. Seit Montag wird außerdem über einen sogenannten Erzwingungsstreik abgestimmt, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die Beschäftigten streiken nach Verdi-Angaben für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Entlastungstarifvertrags. Der Charité-Vorstand wolle diesen Entlastungstarifvertrag verschlechtern. Bei dem Vertrag geht es laut der Gewerkschaft um die Personalausstattung und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung. «Die Charité braucht einen Tarifvertrag, der dafür sorgt, dass Beschäftigte bleiben, Azubis gut ausgebildet werden und neue Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden können», sagte Gisela Neunhöffer, stellvertretende Landesfachbereichsleitung von Verdi Berlin-Brandenburg. Der Warnstreik findet am Morgen (9 bis 10 Uhr) auf dem Margot-Friedländer-Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus statt, das heute zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt. Die Streikenden erwarten aus dem Bekenntnis zum Entlastungstarifvertrag im Sondierungspapier der möglichen rot-grün-roten Koalition verbindliche Zusagen, teilte Verdi mit. Seit Juli verhandelt Verdi mit der Charité über eine Neuauflage des Tarifvertrages und hat eigenen Angaben nach währenddessen zu zehn Warnstreiks aufgerufen. Daher will Verdi nun bis zum 5. November über einen Erzwingungsstreik abstimmen - die laut ihnen letzte Möglichkeit, wenn die Verhandlungen ausgeschöpft sind. Bei dieser Maßnahme legen die Streikenden demnach unbefristet ihre Arbeit nieder. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenAbstimmung über Erzwingungsstreik bis 5. November