Angesichts der angespannten Lage bei der Warenhauskette Galeria hat die Gewerkschaft Verdi mit einem eintägigen Warnstreik in Berlin und Brandenburg Druck auf den neuen Eigentümer gemacht. Man fordere diesen «nachdrücklich auf, unmoralische, vergiftete Angebote» an die Verkäuferinnen und Verkäufer zu unterlassen und sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren, teilte die Gewerkschaft mit. Auch über die Pläne, nach denen der Galeria-Standort am Berliner Alexanderplatz Ende 2025 zunächst geschlossen werden soll, zeigten sich die Gewerkschafter besorgt. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sprach sich dagegen aus, die Filiale zeitweise dichtzumachen.
Seit dem 1. August hat der Warenhauskonzern neue Eigentümer. Die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz haben das Sagen bei der Galeria S.à r.l. & Co. KG, wie der neue Firmenname lautet. Kaufhof und Karstadt sind aus dem Firmennamen gestrichen worden.
Hintergrund des Warnstreiks ist den Gewerkschafts-Angaben zufolge, dass das Galeria-Management den Verzicht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag zur Bedingung für eine Lohnerhöhung macht. Zudem soll die Lohnerhöhung demnach nur gezahlt werden, wenn 90 Prozent der Beschäftigten einer Filiale auf einen Tarifvertrag verzichten.