Tarifkonflikt in Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg bleibt ohne Einigung
Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie für Berlin und Brandenburg dauert an. Auch die dritte Tarifrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft endete ohne Einigung, wie beide Seiten mitteilten. Die Gewerkschaft legte nach eigenen Angaben ein Konzept zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung vor. Darin zeige sich die IG Metall bereit, gemeinsam mit den Arbeitgebern eine befristete tarifliche Regelung zu entwickeln. Damit sollten Investitionen in Zukunftsprodukte mit verbindlichen Zusagen für Standorte, Arbeitsplätze und Ausbildung verbunden werden. «Verzicht ist keine Zukunftsstrategie und sichert keinen Arbeitsplatz und keinen Standort», sagte Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, laut Mitteilung. Das gehe nur mit Investitionen und Innovationen in die Werke der Region. Die Gewerkschaft hatte in der laufenden Woche versucht, mit Warnstreiks den Druck in den Verhandlungen zu erhöhen. Ende Oktober war die Friedenspflicht ausgelaufen. Die IG Metall fordert für die rund 96.000 Beschäftigten in den beiden Bundesländern 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie die Sicherung von Jobs und Standorten. Die Arbeitgeber legten in der zweiten Verhandlungsrunde ein bundesweit abgestimmtes Angebot vor, das im kommenden Jahr eine Einmalzahlung und eine Tariferhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 vorsieht. Begründet wurde die Offerte unterhalb der Inflation mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kosten für die Industrie in Deutschland. Die IG Metall wies das Angebot bereits als unzureichend zurück. Henning Brandes, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), forderte mehr Kompromissbereitschaft von der Gewerkschaft. «Die IG Metall schürt bei ihren Leuten Erwartungen von einem anderen Stern. Die extrem schwierige Lage bei dem Großteil unserer Betriebe verbietet es, Arbeit noch weiter zu verteuern», sagte Brandes laut Mitteilung. Die Warnstreiks der vergangenen Tage hätten eine Lösung nicht einfacher gemacht und seien völlig unangemessen, sagte Brandes. Er rief die Gewerkschaft dazu auf, weitere Arbeitskämpfe zu unterlassen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenArbeitgeber halten an Angebot fest
Arbeitgeberseite fordert mehr Kompromissbereitschaft