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#NieWiederIstJetzt: Preise für Projekte gegen das Vergessen

81 Jahre ist die Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen her. (Archivbild) / Foto: Soeren Stache/dpa
81 Jahre ist die Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen her. (Archivbild) / Foto: Soeren Stache/dpa

Chorstücke aus dem KZ, Jugendrallyes und digitale Spurensuche: Wie junge Leute und Vereine in Brandenburg und Berlin NS-Geschichte lebendig halten und Auszeichnungen dafür bekommen.

Ein Verein in Falkensee gegen Rechtsextremismus und eine Spurensuche zum fast vergessenen KZ-Außenlager in Ludwigsfelde: Die Demokratie-Auszeichnung Franz-Bobzien-Preis hat erstmals zwei erste Preisträger. Zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurden die Preise in Oranienburg vergeben. 

«Der noch junge, überparteiliche Verein aus Falkensee setzt bewusst auf niedrigschwellige Formate, um über die Geschichte des Faschismus aufzuklären und demokratische Werte zu fördern», teilte die Stadt zum ersten Projekt mit: «Demokratie erfordert Engagement – Tu was!» unter Federführung des care4democracy e.V. Um etwas gegen Demokratiefeinde zu tun, organisiere er Lesungen, Filmabende, Diskussionen und Kunstaktionen.

Lieder aus dem KZ Sachsenhausen – #NieWiederIstJetzt

Das Projekt «Spurensicherung» des Arbeitskreises «Zwangsarbeit Gedenken» zeige das ehemalige KZ-Außenlager des NS-Rüstungssystems in Ludwigsfelde. «Mehr als zehntausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden dort während der NS-Zeit in der Flugzeugmotorenproduktion eingesetzt», hieß es. Da in der Stadt heute kaum noch etwas daran erinnere, gebe es neben Spaziergängen, Diskussionen und Filmvorführungen auch eine Website mit interaktiver Karte. Die beiden Projekte teilen sich das Preisgeld von 5.000 Euro.

Ein Projektchor hat Lieder gesammelt, die im Konzentrationslager Sachsenhausen entstanden sind, sie neu arrangiert und auf die Bühne gebracht. Dafür bekam der Chorverband Berlin mit seinem Projekt «Lieder aus Sachsenhausen I – #NieWiederIstJetzt» den zweiten Platz.

Rallyes an Erinnerungsorten in Brandenburg, Sachsen und Polen

In Teams besuchen junge Menschen Erinnerungsorte in Brandenburg, Sachsen und Polen und begeben sich gemeinsam auf eine Jugendgeschichtsrallye. «Meet & Speed» des Vereins für Jugendhilfe und Sozialarbeit landete auf dem dritten Platz des Franz-Bobzien-Preises. 

«Die in diesem Jahr ausgezeichneten Projekte stehen beispielhaft für eine Haltung, die auch Franz Bobzien selbst verkörperte: Verantwortung übernehmen, nicht schweigen, sich einmischen», heißt es von der Jury. Der Lehrer und Politiker Franz Bobzien war ab 1938 aufgrund seines Widerstands gegen das NS-Regime im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Am 28. März 1941 kam er bei Bombenräumungsarbeiten in Berlin ums Leben.

Die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen hatten den Preis zum neunten Mal ausgeschrieben, um Projekte in Brandenburg und Berlin auszuzeichnen, die sich für Demokratie und Toleranz starkmachen und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Blick haben. Den Angaben zufolge sichtete eine zwölfköpfige Jury 63 Bewerbungsmappen.

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