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Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert mit Überlebenden an Befreiung 1945

Ein Ort der Verbrechen der Nationalsozialisten: Heute erinnert die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg an die Befreiung des KZ im April 1945.  / Foto: Soeren Stache/dpa
Ein Ort der Verbrechen der Nationalsozialisten: Heute erinnert die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg an die Befreiung des KZ im April 1945. / Foto: Soeren Stache/dpa

Vor 81 Jahren wurden die Häftlinge des KZ Sachsenhausen befreit. Heute erinnert die Gedenkstätte an das Ereignis - mit Zeitzeugen, Politikern und jungen Menschen.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen hat gemeinsam mit zwei Holocaust-Überlebenden im Alter von 94 und 101 Jahren an die Befreiung des Konzentrationslagers 1945 erinnert. Zeitzeugen und Politiker forderten, dass die Erinnerung an die Opfer und die Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des NS-Regimes niemals enden dürfe. 

«Möge dieser Ort nicht nur ein Denkmal der Vergangenheit sein. Möge er eine Warnung bleiben», sagte Bogdan Bartnikowski aus Polen, der als Kind im KZ Sachsenhausen in Oranienburg nördlich von Berlin war. «Denn all das begann mit Worten, mit Hass, mit Verachtung, mit der Verweigerung der Würde gegenüber einem anderen Menschen.» 

Woidke: Damit sich Schecken der Vergangenheit nicht wiederholen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: «Jeder Einsatz für das Erinnern an die Schrecken der Vergangenheit und für Frieden und Völkerverständigung ist ungeheuer wichtig.» Er wünsche sich an diesem Gedenktag nichts mehr, als dass dieser Einsatz Früchte trage. «Damit wir gemeinsam dafür sorgen können, dass sich Geschichte nicht wiederholt und damit wir erkennen, dass uns alle als Menschen viel mehr verbindet als uns trennt», so Woidke.

Neben Bartnikowski nahm die 101-jährige Überlebende Mykola Urban aus der Ukraine an der Veranstaltung teil. Auch Schülerinnen und Schüler waren bei der Gedenkzeremonie und der Kranzniederlegung dabei.

Stiftungsdirektor: Kein Schlussstrich

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, sagte: «Die Geschichte des NS-Regimes und seiner Verbrechen ist nicht vorbei. Der Ruf nach einem Schlussstrich bleibt notwendigerweise eine hohle Phrase. Wir könnten ihn gar nicht ziehen, und wir wollen es auch nicht.»

Im Konzentrationslager Sachsenhausen und den rund 100 Außenlagern waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 starben laut Stiftung an unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Mordopfer der SS. 

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück erinnert am 3. Mai an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers. Dazu werden ebenfalls Überlebende des NS-Terrors erwartet. Die Zahl der Holocaust-Überlebenden, die von ihren Erfahrungen berichten können, wird immer kleiner.

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