Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat nach der Schließung des Schlachthofes im brandenburgischen Perleberg für die Schweinehalter im Nordosten einen verlässlichen und planbaren Zugang zu Schlachtkapazitäten gefordert. Bisher habe die Tönnies-Gruppe den in Aussicht gestellten zusätzlichen Schlachttag im Schlachthof Kellinghusen (Schleswig-Holstein) und den Einsatz einer zusätzlichen Schicht am Standort Weißenfels (Sachsen-Anhalt) nicht umgesetzt, bedauerte der Verband.
«Das hat zur Folge, dass sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern inzwischen ein massiver Schweinestau aufgebaut hat, der sich nicht reduzieren lässt.» Durch die Verzögerung stiegen die Schlachtgewichte deutlich. Tiere mit einem Schlachtgewicht von über 120 Kilogramm würden aber wieder zum Sauenpreis abgerechnet, was für die Betriebe eine wirtschaftlich nicht hinnehmbare Situation sei.
«Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand»
«Unsere Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Der Schweinestau ist strukturell bedingt und nicht Ergebnis unternehmerischer Fehlentscheidungen. Wenn Tiere nicht rechtzeitig abgenommen werden, geraten Landwirte unverschuldet in Konflikt mit Tierschutzvorgaben und wirtschaftlicher Tragfähigkeit», warnte Bauernpräsident Karsten Trunk. Der Rückstau führe zwangsläufig zu tierschutzrechtlichen Problemen, denn die bestehenden Stallsysteme seien nicht für derart hohe Lebendgewichte ausgelegt.
Die Schweinehalter forderten deshalb ein entschlossenes politisches Eingreifen. In der Verantwortung stünden insbesondere die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Es gelte kurzfristig wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Engpässe bei Schlacht- sowie Kontrollkapazitäten zu beseitigen und den Rückstau an den Betrieben aufzulösen.
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