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Vermisste Kinder aus Cottbus sind noch bei ihrer Mutter

Zwei Kinder sind nach fünf Jahren wieder aufgetaucht. (Archivbild) / Foto: Soeren Stache/dpa
Zwei Kinder sind nach fünf Jahren wieder aufgetaucht. (Archivbild) / Foto: Soeren Stache/dpa

Fünf Jahre waren die beiden Geschwister vermisst worden. Nun sind die Kinder wieder aufgetaucht. Die Mutter stellte sich der Polizei. Wie geht es nun weiter?

Nach fünf Jahren sind zwei vermisste Kinder wieder aufgefunden worden - ob sie bei ihrer Mutter bleiben, ist offen. Die beiden Geschwister befänden sich noch immer bei ihrer Mutter, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus. Die Kinder waren nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) vor wenigen Tagen aufgetaucht.

Die Mutter, die vor rund fünf Jahren mit den Kindern verschwunden war, hatte sich eigenständig bei der Polizei in Seelow im Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet. Ausschlaggebend war eine kürzlich veröffentlichte Öffentlichkeitsfahndung.

Vater gab Anstoß zu Ermittlungen

Die damals Siebenjährige und der damals Achtjährige waren im August 2021 von ihrer Mutter widerrechtlich aus dem familiären Umfeld in Cottbus genommen worden. Der Vater stieß die Ermittlungen an, die Jahre dauerten. Ein Motiv für die Tat der Mutter nannte der Sprecher der Staatsanwaltschaft zunächst nicht. 

Die bundesweite Kampagne «Spurlos verschwunden» des BKA brachte eine Wende. Noch vor wenigen Tagen hieß es, die Kinder hätten sich zwischenzeitlich im Raum Chemnitz und in Mecklenburg-Vorpommern aufgehalten. Nun könne sich die Mutter mit den Kindern im Raum Frankfurt (Oder) befinden. Weil weder Ermittlungen noch Abfragen bei Behörden halfen, wandten sich Staatsanwaltschaft und Polizei mit Fotos an die Öffentlichkeit.

Großteil vermisster Kinder kommt wohlbehalten zurück

Etwa 200 Kinder und Jugendliche gelten in Brandenburg als vermisst. Mit Stand April seien 194 unter 18-Jährige als vermisst registriert worden, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) im Innenausschuss des Landtags. 84 von ihnen waren jünger als 14 Jahre. Der Minister zeigte sich erleichtert, dass die zwei vermissten Kinder aus Cottbus wieder auftauchten.

Der häufigste Fall sei, dass bei sehr schwierigen familiären Situationen einzelne Sorgeberechtigte mit den Kindern untertauchten, sagte Redmann. In 98 Prozent aller in Deutschland als vermisst gemeldeten Kinder und Jugendlichen kehrten sie wohlbehalten zurück. «Für uns gilt der Grundsatz: Bei einem vermissten Kind ist immer von einer Gefahr für Leib und Leben auszugehen, bis das Gegenteil feststeht», sagte der Minister.

Kein Haftbefehl gegen Mutter

Wie es nun mit den beiden Kindern aus Cottbus weitergeht, ist offen. Derzeit bestehe kein Haftbefehl gegen die Mutter, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Kinder seien wohlbehalten aufgefunden worden. Ohnehin habe es zu keinem Zeitpunkt der Ermittlungen die Annahme gegeben, dass die Frau ihren Kindern etwas antun wolle. Die Mutter soll zeitnah von der Polizei vernommen werden. Das Jugendamt ist bei der Betreuung der Kinder involviert.

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