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Hotelkosten nach großem Stromausfall fast komplett erstattet

Beim Stromausfall Anfang des Jahres blieben Tausende von Wohnungen im Berliner Südwesten dunkel. (Archivbild)  / Foto: Christoph Soeder/dpa
Beim Stromausfall Anfang des Jahres blieben Tausende von Wohnungen im Berliner Südwesten dunkel. (Archivbild) / Foto: Christoph Soeder/dpa

Viele Betroffene des Stromausfalls im Januar mussten ins Hotel umziehen. Die meisten haben ihre Übernachtungskosten inzwischen zurückbekommen. Für das Bezirksamt war das ein Kraftakt.

Ein halbes Jahr nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten ist die Erstattung von Hotelkosten für Betroffene weitgehend abgeschlossen. Die Kosten sind in 2.685 Fällen bereits ausgezahlt worden, wie der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Tim Richter (CDU), auf dpa-Anfrage mitteilte. Von allen Anträgen wurden 127 abgelehnt, 54 zurückgezogen und 18 (Stand 25. Juni) noch nicht abschließend bearbeitet. Die Höhe der Erstattungskosten wird derzeit noch ausgewertet. 

Die ersten Auszahlungen gab es bereits Anfang März. Drei Monate nach Beginn des Stromausfalls am 3. Januar hatte das Bezirksamt über mehr als 700 Anträge positiv entschieden und die Kosten zum Teil schon erstattet. Seit Ende Mai ist die Bearbeitung im Großen durch. 

Um das alles zu stemmen, hatte das Bezirksamt eine entsprechende Arbeitsgruppe eingesetzt und eine Reihe von Mitarbeitern für diese Aufgabe abgestellt. Hilfe gab es auch von den Landesbehörden, wie Richter betonte. 

Den Angaben zufolge lag die durchschnittliche Netto-Arbeitszeit pro Antrag bei knapp 70 Minuten. Für die Bearbeitung von 3.000 Anträgen sind entsprechend 210.000 Minuten Bearbeitungszeit nötig oder 3.500 Stunden, wie das Bezirksamt vorrechnet.

Brandanschlag war für den Stromausfall verantwortlich

Würde eine einzelne Person alle Anträge bearbeiten, wären dafür 87,5 Arbeitswochen nötig, mehr als eineinhalb Jahre. Die eingegangenen Anträge seien mit großer Sorgfalt, aber zugleich pragmatisch, schnell und mit dem notwendigen Augenmaß beschieden worden.

Grund für den Stromausfall war ein mutmaßlich von Linksextremisten begangener Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am 3. Januar. Im Berliner Südwesten waren davon zunächst 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe betroffen. 

Viele von ihnen waren tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt. Etliche Menschen verließen ihre kalten Wohnungen oder Häuser, um zeitweise in ein Hotel zu ziehen. 

Wenn wegen des Stromausfalls im Bezirk Steglitz-Zehlendorf eine kostenpflichtige Übernachtung zur Überbrückung einer Notlage in Anspruch genommen werden musste, konnten die reinen Übernachtungskosten nachträglich erstattet werden. Das galt für Übernachtungen vom 3. Januar bis einschließlich der Nacht vom 7. auf den 8. Januar.

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