Nach dem Fund von zwölf Hundewelpen und ihren zwei Müttern in einem Keller in Berlin-Köpenick warnt das Tierheim Berlin vor dem Online-Kauf von Welpen. «Wer solche Tiere erwirbt, unterstützt am Ende Strukturen, unter denen Tiere leiden», teilte Eva Rönspieß, Vorstandsvorsitzende des Berliner Tierschutzvereins, mit.
Statt größerer Transporte tauchten heute häufiger einzelne Welpen in Wohnungen auf, die über scheinbar private Kanäle angeboten würden. Die Tiere würden über Online-Plattformen und soziale Medien beworben und vermittelt – oft mit dem Anschein von Seriosität und Privatverkauf.
Hunde aus dunklem Kellerverschlag gerettet
Die Polizei retteten die 14 Tiere am Sonntag aus einem dunklen Kellerverschlag eines Mehrfamilienhauses. Es handelt sich um französische Bulldoggen. Den Angaben nach wurden die Welpen zum Teil getrennt von ihren Müttern in Transportboxen gehalten. Die Polizei nahm die Tiere wegen tierschutzwidriger Zustände mit und leitete Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein.
Nach Kenntnissen des Tierheims soll zuvor mindestens ein Welpe bereits weitergegeben worden sein. Das Tier sei gefunden und in Sicherheit gebracht worden, ebenso wie die restlichen Hunde, die nun in sicheren Händen seien, sagte Rönspieß. Die Hunde werden medizinisch versorgt und sollen in ein geeignetes Zuhause vermittelt werden.
28 sichergestellte Hunde im Tierheim
Im Jahr 2025 hat das Tierheim eigenen Angaben zufolge mindestens 15 Fälle mit insgesamt 28 Hunden betreut, die von Polizei oder Veterinärämtern sichergestellt oder zur weiteren Abklärung übernommen wurden. In mehreren Fällen habe es deutliche Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Hunde möglicherweise für den Weiterverkauf vermehrt oder gehandelt werden sollten. Die Dunkelziffer dürfte den Angaben nach deutlich höher liegen, da nicht alle Tiere aus Sicherstellungen beim Tieheim ankommen.
Menschen, die einen Hund aufnehmen möchten, empfiehlt das Tierheim keine anonymen Übergaben oder Käufe «aus dem Kofferraum» zu machen, sondern sich die Elterntiere zeigen zu lassen und Unterlagen zu prüfen. Bei Unsicherheit könnten das Tierheim Berlin oder Tierschutzorganisationen kontaktiert werden.
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