Marie-Louise Eta sieht bis zur völligen Akzeptanz von Frauen im Profi-Zirkus der Männer-Bundesliga noch einen weiten Weg. «Ein Wandel braucht Zeit. Man darf nicht vergessen, dass Frauenfußball in Deutschland lange ein gesellschaftliches Tabu war. Über Jahrzehnte sind Vorbehalte gewachsen, die zum Teil noch heute abgebaut werden müssen», sagte die Interimstrainer von Union Berlin nach ihrem Fünf-Spiele-Engagement als Cheftrainerin der Männer-Auswahl dem Magazin «Stern».
Dennoch hält die 34-Jährige von einer Einführung einer verpflichtenden Quote für Frauen in Spitzenpositionen vergleichbar zur Wirtschaft nichts. «Ich verstehe den Ansatz, und soweit ich weiß, wird er mit Erfolg angewandt. Ich persönlich möchte keine Quote erfüllen und wegen meines Geschlechts einen Posten bekommen. Ich möchte aufgrund meiner Leistung und meiner Qualitäten eingestellt werden», sagte Eta.
Sieben Punkte in fünf Spielen
Die ehemalige Bundesliga-Spielerin hatte bei den Eisernen Ende April als Nachfolgerin von Steffen Baumgart als erste Frau den verantwortlichen Trainerposten übernommen. Zuvor trainierte sie die U19-Junioren. Mit sieben Punkten aus fünf Spielen führte sie die Berliner zum Klassenverbleib. «Als Trainerin werde ich nicht daran gemessen, ob ich eine historische Figur bin, sondern an gewonnenen Punkten», sagte Eta.
In der kommenden Saison übernimmt sie wie zuvor schon vertraglich vereinbart den Trainerinnenposten beim Frauen-Team der Eisernen in der höchsten Spielklasse. «Ich neige nicht zu Wehmut. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich hatte, und freue mich auf meine neue Aufgabe», sagte Eta.
Inspiration für Mädchen und Frauen
Einen Beitrag zu mehr Akzeptanz sieht sie durch ihr Engagement aber dennoch. «Meine Geschichte zeigt, dass alles erreichbar ist im Leben. Es wäre schön, wenn ich Mädchen und Frauen inspirieren kann, einen ähnlichen Weg einzuschlagen, und sich in Zukunft noch mehr Türen öffnen.»
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