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Ostdeutsche Unternehmen sehen großes Potenzial – kritisieren Wirtschaftspolitik der Bundesregierung

Als positive Standortfaktoren Ostdeutschlands gelten die Verfügbarkeit von Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu Wissenschaft und Forschung. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa
Als positive Standortfaktoren Ostdeutschlands gelten die Verfügbarkeit von Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu Wissenschaft und Forschung. (Archivbild) / Foto: Patrick Pleul/dpa

Umfrage: 1.500 Manager sehen großes Potenzial in Ostdeutschland, doch 53% berichten von keiner spürbaren Unterstützung durch die Bundesregierung.

Ostdeutsche Unternehmen sehen nach einer Umfrage großes Potenzial für ihren Wirtschaftsstandort, jedoch bislang keine Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Das geht aus dem «Transformationsbarometer» anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums in Bad Saarow (31. Mai bis 2. Juni) hervor. Die Vertrauenskrise bremse Investitionen, hieß es.

53 Prozent der Befragten sehen demnach keine positiven Effekte aktueller wirtschaftspolitischer Maßnahmen im eigenen Betrieb. Gefragt wurde dabei, ob etwa der Ausbau digitaler Infrastruktur, Bürokratieabbau, eine Senkung der Strom- und Energiekosten und staatliche Investitionsförderung derzeit «spürbar als positiv» wahrgenommen würden. 

1.500 Unternehmensmanager befragt

Das Meinungsforschungsinstitut Civey befragte zwischen Februar und April repräsentativ 1.500 Entscheider aus der Privatwirtschaft in Ostdeutschland und Berlin. «Während die strukturellen Standortfaktoren Ostdeutschlands überwiegend positiv bewertet werden, bleibt die wirtschaftliche Stimmungslage angespannt», sagte Civey-Geschäftsführerin Janina Mütze. 

Wirtschaftsmanager wollen beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) über den Reformkurs der Regierung diskutieren. 

Standortfaktoren Flächen und Infrastruktur 

Nach der Umfrage schätzen 49 Prozent der Befragten die allgemeine wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland negativ ein, das Potenzial betrachten 57 Prozent aber als groß. Als positive Standortfaktoren gelten die Verfügbarkeit von Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu Wissenschaft und Forschung. 

Das größte Wachstum erwarten die Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, der Halbleiterindustrie und in der Verteidigungsindustrie. Am unteren Ende der Skala liegen dagegen die Branchen Chemie und der Fahrzeug- und Maschinenbau. Sie stecken in der Krise. Große Unternehmen in Deutschland kündigten Sparprogramme und einen Stellenabbau an. 

Von der Bundesregierung wünschen sich 66 Prozent der Befragten einen Bürokratieabbau und 54 Prozent eine Senkung der Energiepreise. Auch Steuererleichterungen für Unternehmen rangieren in der Umfrage vorne.

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