Die Gefahren für Kinder und Jugendliche durch islamistische Inhalte im Internet wachsen. «Salafistische und jihadistische Online-Propaganda richtet sich zunehmend gezielt an Kinder und Jugendliche», heißt es im aktuell veröffentlichten Islamismus-Monitor der Senatsinnenverwaltung für die vergangenen beiden Jahre.
In dieser Zeit sei es «zu einem massiven Anstieg» bei der Verbreitung extremistischer Inhalte über Social Media gekommen, oft auch im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt und entsprechender Propaganda.
Islamistische Inhalte für Jugendliche aufbereitet
«Über soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok und YouTube sowie über Messenger-Dienste wie Telegram oder Discord werden junge Menschen mit jugendaffin aufbereiteten Inhalten angesprochen.» Fehlende Altersbeschränkungen dieser Plattformen könnten besonders bei jungen Nutzern den Ausgangspunkt für eine extremistische Radikalisierung legen.
Besonders gefährlich seien die Inhalte für junge Menschen, weil sie «vordergründig harmlos» seien, religiöse Alltagsfragen behandeln und scheinbar einfache Antworten bieten würden. Hintergründig zielen die Videos von islamistisches Online-Predigern und Influencern jedoch auf eine schrittweise Heranführung an salafistische Ideologie ab.
Angebliche Lebensberatung für Jugendliche
Im Vordergrund stünden Fragen wie: «Bräunen im Solarium?», «Darf man zum Weihnachtsmarkt gehen?», «Wie steht der Islam zu Freundschaft?» oder «Teilnahme an Demonstrationen?». Dabei gehe es häufig um die Unterscheidung zwischen «erlaubt» («halal») und «verboten» («haram»).
Es werde ein einfaches Weltbild zwischen richtig und falsch vermittelt. «Demokratie und der Rechtsstaat werden ebenso abgelehnt wie Andersgläubige und Andersdenkende.»
Mehrfach hatte die Berliner Polizei in Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern größere Razzien mit Durchsuchungen vieler Wohnungen zur Beschlagnahmung von Computern und Handys gegen diese Form islamistischer Propaganda gestartet.
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