Über ein Netzwerk wurden Steuern in Höhe von rund 50 Millionen Euro hinterzogen: Das Landgericht Berlin hat in einem zweiten Prozess um ein europaweites Betrugssystem drei Männer zu Haftstrafen von bis zu sieben Jahren und vier Monaten verurteilt. Bei Geschäften mit Luxusautos und medizinischen Masken über ein Konstrukt von Strohgesellschaften sei es zu erheblichen Straftaten gekommen.
Die Angeklagten wurden unter anderem der Steuerhinterziehung und der Beihilfe dazu schuldig gesprochen, ein 41-Jähriger zudem des Subventionsbetrugs mit Millionenschaden. Er erhielt die höchste Strafe. Er habe in dem Netzwerk kaufmännische Dinge übernommen und einem der Hauptakteure der Gruppierung den Rücken freigehalten, sagte der Vorsitzende Richter Bo Meyer.
Ein 58-Jähriger, der nach Überzeugung des Gerichts steuerliche Beratungen vorgenommen hatte, erhielt sechs Jahre und vier Monate Haft. Der dritte Angeklagte, ein 39-Jähriger, wurde zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die drei Männer seien allerdings keine Hauptakteure gewesen. Im Fall des 41-Jährigen ordnete das Gericht die Einziehung von 8,1 Millionen Euro an, im Fall der weiteren Angeklagten 415.000 Euro beziehungsweise 523.000 Euro.