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Jugendliche treten Mann in Berlin Bahnhofstreppe hinunter

Brutaler Angriff auf einen Mann im Berliner Bahnhof Hermannstraße. (Symbolbild) / Foto: picture alliance / Paul Zinken/dpa
Brutaler Angriff auf einen Mann im Berliner Bahnhof Hermannstraße. (Symbolbild) / Foto: picture alliance / Paul Zinken/dpa

Ein 26-Jähriger wird am Bahnhof Hermannstraße von Jugendlichen attackiert und schwer verletzt – alles wird gefilmt. Die Parallelen zu einem schockierenden Fall 2016 sind unübersehbar.

Drei Jugendliche sollen ihre Handys gezückt haben, bevor ein Vierter zutrat: Ein 26-Jähriger ist in Berlin-Neukölln brutal die Treppe in einem S-Bahnhof hinunter getreten und schwer verletzt worden. Der Mann erlitt eine Platzwunde am Kopf und kam mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus, wie die Bundespolizei mitteilte.

Der 26-Jährige soll die vier Jugendlichen am Sonntagabend vor dem Bahnhof Hermannstraße angesprochen haben. Die Gruppe habe sich dann entfernt, der Mann sei in den Bahnhof gegangen, hieß es. Dann seien ihm die Jugendlichen zu einer Treppe gefolgt. 

Drei von ihnen griffen demnach zu ihren Handys und begannen zu filmen, der vierte lief dem Mann hinterher und «sprang diesem gezielt mit dem Fuß in den Rücken», so die Bundespolizei, die Videos aus den Überwachungskameras ausgewertet hatte.

Der Mann stürzte die Treppe hinunter. Blutend blieb er liegen. Ein Mensch eilte ihm zu Hilfe und informierte über Notruf die Polizei. Die Jugendlichen flüchteten. Die Bundespolizei übernahm den Fall, weil sie für Straftaten im Bereich der S-Bahn zuständig ist. 

Polizei sichert Video von der Tat

Die Behörde fahndet nach den Jugendlichen und sucht nach Zeugen. Sie ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung auf dem Bahnhof. Dafür sicherten die Bundespolizei Videoaufzeichnungen der Tat. Ob diese später zu Fahndungszwecken veröffentlicht werden, entscheidet die Staatsanwaltschaft. Zuvor müssen jedoch andere Möglichkeiten ausgeschöpft sein.

Zunächst blieb unklar, ob das Opfer auf dem Weg zu einer Bahn war oder ob sich der Mann länger im Bahnhof aufhielt. Weitere Angaben seien aus «ermittlungstaktischen Gründen» derzeit nicht möglich, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. 

Ähnlicher Vorfall vor rund zehn Jahren 

Der hinterhältige Angriff erinnert an eine Tat im selben Bahnhof im Bereich der U-Bahn im Oktober 2016. Damals hatte ein Mann einer jungen Frau in den Rücken getreten, so dass sie die Stufen hinunterstürzte und sich schwer verletzte. Veröffentlichte Videoaufnahmen von dem Vorfall sorgten für Schlagzeilen und Entsetzen. 

Der Täter, der nach einem Gutachten Schädigungen des Gehirns nach einem Unfall hatte und wegen starken Alkohol- und Drogenkonsums erheblich eingeschränkt war, wurde später zu einer knapp dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Tödlicher Sturz in Niedersachsen

Dramatische Treppenstürze gab es auch in anderen Bahnhöfen in Deutschland: So starb im Juli 2024 ein Familienvater im Bahnhof Uelzen, nachdem ihn ein 18-Jähriger eine Treppe hinuntergestoßen hatte, um an das Handy des Opfers zu kommen. Das Landgericht Lüneburg ordnete im Februar 2025 seine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, weil die Tat unter dem Einfluss einer paranoiden Schizophrenie erfolgte.

Im September 2021 wurde junge Frau im Osnabrücker Hauptbahnhof eine Bahnsteigtreppe herabgestoßen und schwer verletzt. Die 23-Jährige wurde damals unvermittelt und offensichtlich ohne jeden Grund von einer 26-Jährigen von hinten angegriffen und hinuntergestoßen. Sie erlitt Verletzungen am Kopf.

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