Sie sollen homosexuelle Männer per Dating-App in die Falle gelockt, verprügelt, beraubt und beleidigt haben: Eine Gruppe von fünf Heranwachsenden und Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren muss sich für die Taten, die in Frankfurt (Oder) und Strausberg stattgefunden haben sollen, jetzt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Laut einer Gerichtssprecherin wurde ein 18-Jähriger in dem Zusammenhang bereits verurteilt.
Die Angeklagten sollen gemeinsam mit noch einem weiteren Mittäter Profile bei Dating-Apps eingerichtet haben. Über diese Profile sollen sie gezielt homosexuell interessierte Männer angeschrieben, ihnen gegenüber sexuelles Interesse vorgetäuscht und ihre Opfer dann an entlegene Orte gelockt haben, heißt es vom Landgericht Frankfurt (Oder). An den Treffpunkten soll dann jeweils einer der Angeklagten die Tatopfer als «Lockvogel» zum Schein freundlich empfangen haben.
Taten wurden von Angeklagten gefilmt
Plötzlich sollen jeweils weitere Angeklagte erschienen sein. Die Gruppen sollen ihre Opfer dann verprügelt, beraubt und homophob beleidigt haben. Die Angeklagten sollen in wechselnder Besetzung gehandelt und ihre Taten regelmäßig gefilmt haben.
Einem Bericht der «Märkischen Oderzeitung» zufolge führten die Übergriffe bei den Opfern teilweise zu Knochenbrüchen, die operiert werden mussten. Andere Männer trugen demnach Prellungen und Hautabschürfungen davon. Auch psychisch hätten die Überfälle Spuren hinterlassen. Die Angeklagten sollen ihren Opfern zudem Handys, insgesamt 8.000 Euro Bargeld und Autoschlüssel abgenommen haben.
Nach Angaben einer Gerichtssprecherin wurde ein 18-jähriges Mitglied der Gruppe bereits Ende vergangener Woche zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Er habe sich geständig gezeigt, erklärte die Sprecherin.
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