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Verletzte nach Messergewalt in Berlin – Streit eskaliert

Mehrere Menschen wurden verletzt. (Symbolbild) / Foto: Marcus Brandt/dpa
Mehrere Menschen wurden verletzt. (Symbolbild) / Foto: Marcus Brandt/dpa

Am frühen Morgen kommt es in einer Kneipe zu einer Auseinandersetzung. Vieles ist noch unklar.

Mehrere Menschen sind in der Nacht durch Messerstiche in Berlin verletzt worden. In Moabit trug ein 30-Jähriger lebensgefährliche Verletzungen davon, als er einen Streit in einer Bar schlichten wollte, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Mann wurde in einem Krankenhaus notoperiert. Als mutmaßlichen Täter nahmen Polizisten einen 25-Jährigen fest. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Nach ersten Erkenntnissen soll es am frühen Morgen in der Kneipe zwischen dem 25-Jährigen und der Wirtin zum Streit gekommen sein. Der 30-Jährige soll eingeschritten sein. In der Folge kam es zwischen den beiden Männern zum Streit, der sich auf den Gehweg vor dem Lokal verlagerte. Dort soll der Jüngere zugestochen haben.

Nach Angaben der Feuerwehr sollen bei der Auseinandersetzung weitere Menschen verletzt worden sein. Es war von Kopfplatzwunden und Stichverletzungen die Rede. Zwei Menschen wurden demnach leicht verletzt. Wer welche Verletzungen erlitt, war zunächst nicht bekannt.

Zu dem Geschehen sollen nun mögliche Zeugen befragt werden. Erst wenn Hintergründe und Abläufe klarer seien, könne entschieden werden, ob ein Haftbefehl gegen den 25-Jährigen beantragt werde, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Verletzter auf Bürgersteig gefunden

Noch mehr Fragen wirft ein anderer Fall aus der Nacht auf: In Neukölln wurde ein 31-Jähriger gegen 3.00 Uhr schwer verletzt auf einem Bürgersteig aufgefunden. Der Mann wies laut Polizei mehrere Stichverletzungen auf. Nach ersten Erkenntnissen der Rettungskräfte erlitt er Stichverletzungen am Unterarm, eine Schnitt- beziehungsweise Stichverletzung am Kopf sowie eine weitere im Brustbereich.

Der Verletzte kam in ein Krankenhaus gebracht. Nach derzeitigem Stand besteht keine Lebensgefahr, wie es hieß. Die Polizei sicherte bis in den frühen Morgen vor Ort Spuren. Menschen, die in den Vorfall verwickelt gewesen sein könnten, wurden zunächst nicht gefunden.

GdP: «alarmierendes Signal»

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete es als «alarmierendes Signal», dass innerhalb kürzester Zeit mehrere Menschen schwer verletzt wurden. «Die erneuten Messerangriffe in Berlin innerhalb von 24 Stunden zeigen in drastischer Weise, wie sich die Gewaltlage im öffentlichen Raum weiter zuspitzt», erklärte der Berliner GdP-Chef Stepahn Weh. Die Gewerkschaft forderte erneut, eine bessere digitale Vernetzung von Polizei und Justiz, um unter anderem zeitnahe Verurteilungen zu ermöglichen.

Deutlich mehr Messer- und Schusswaffengewalt

Messergewalt ist in Berlin ein ernsthaftes Problem, das Sicherheitsbehörden und Politik beschäftigt. 2024 registrierte die Polizei laut Kriminalitätsstatistik 3.412 Messerangriffe. Im vergangenen Jahr wurden nach der Statistik 3.599 Fälle im Bereich «Messerangriff» registriert (plus 5,5 Prozent). Etwa die Hälfte waren Drohungen. 1.906 Verdächtige ermittelte die Polizei. 86 Prozent waren demnach männlich, 56 Prozent mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit. 

Zudem hat der Gebrauch von Schusswaffen stark zugenommen. 2025 erfasste die Polizei 68 Prozent mehr Straftaten als im Vorjahr, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft reagierten mit Sondereinheiten auf die Entwicklung. Zudem hat der Senat drei Waffen- und Messerverbotszonen errichtet.

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