Die zwei großen Krankenhäuser in Potsdam schränken ab August ihre Leistungen als Folge der Krankenhausreform ein.
Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam wird die Bereiche Orthopädie und Gefäßchirurgie künftig nicht mehr vorhalten, wie das Klinikum in einer Mitteilung ankündigte. Es seien zwölf ärztliche Stellen betroffen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Sofern es keine «alternativen Einsatzmöglichkeiten» gebe, komme es zu Entlassungen.
Als Grund für die Streichung der Orthopädie und Gefäßchirurgie wird eine Neuausrichtung wegen der bundesweiten Krankenhausreform genannt. «Nicht jedes spezialisierte medizinische Angebot kann künftig dauerhaft an jedem Krankenhausstandort vorgehalten werden», erklärte das Haus.
St. Josefs will Neurologie und Geburtshilfe schließen
Auch das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam reagiert auf Vorgaben der Krankenhausreform. Die Klinik kündigte an, sich zum 1. August aus den Bereichen Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurückzuziehen. «Die neuen gesetzlichen Anforderungen führen dazu, dass medizinische Leistungen künftig stärker konzentriert werden müssen, um die vorgegebenen Qualitätskriterien dauerhaft erfüllen zu können», sagte der Regionalgeschäftsführer der Alexianer, Alexander Mommert.
Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind davon nach Angaben eines Sprechers betroffen. Für Ärzte und Hebammen - sie machten etwa zwei Drittel der Betroffenen aus - gebe es derzeit keine Perspektive für eine weitere Beschäftigung. Für Pflege- und Funktionspersonal würden Möglichkeiten in Partnerkliniken ausgelotet.
Das St. Josefs-Krankenhaus und die Oberlinklinik in Potsdam, die ab 2027 mehrheitlich zu den Alexianern gehört, wollen sich unter anderem auf Chirurgie, Innere Medizin, Gefäßmedizin und Orthopädie konzentrieren.
Folgen der Krankenhausreform
Die Krankenhausreform soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Als Folge spezialisieren sich Kliniken und schließen Angebote. Eine Grundversorgung soll nach dem Willen der Brandenburger Landesregierung flächendeckend bestehen bleiben. Zur Krankenhausreform kommt noch die Gesundheitsreform, die ebenfalls Auswirkungen auf die Kliniken hat.
Die Entscheidungen der Häuser in Potsdam sind nicht die ersten im Zuge der Krankenhausreform in Brandenburg. Das Krankenhaus in Wittstock/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin soll Anfang 2027 schließen. Nach bisherigen Plänen soll die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen und Krankheiten des Magen-Darm-Trakts in die Klinik Pritzwalk (Prignitz) verlagert werden, die Rettungswache soll bleiben. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow (Landkreis Teltow-Fläming) hat angekündigt, Ende Juli zu schließen.
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