Zwei Jahre nach dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny haben in Berlin mehrere Dutzend Menschen an den russischen Oppositionsführer erinnert. Sie versammelten sich auf dem Boulevard Unter den Linden vor der russischen Botschaft, zündeten im Gedenken an Nawalny Kerzen an und legten Blumen nieder. Mehrere Teilnehmer stellten Fotos des Politikers auf, der sich gegen Kremlchef Wladimir Putin stellte und für ein freies Russland eintrat.
Nawalny war am 16. Februar 2024 in einem Straflager in der Arktisregion umgekommen. Er galt als prominentester Gegner Putins, auch weil er Korruptionsfälle aufdeckte und dessen nach außen getragenen konservativen Werte als hohl entlarvte.
Mord-Vorwürfe
Nawalnys Witwe, Julia Nawalnaja, die die politische Arbeit ihres Mannes fortsetzt, geht davon aus, dass er nach mehreren misslungenen Anschlägen schließlich mit einem Nervengift im Straflager getötet wurde. Nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul soll es sich um das Gift eines Pfeilgiftfrosches gehandelt haben. Dies hätten Analysen der sterblichen Überreste Nawalnys ergeben, sagte der CDU-Politiker am Wochenende.
Schon 2020 hatte Nawalny knapp ein Attentat mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok überlebt, anschließend wurde er in Berlin medizinisch behandelt. Der Kreml weist die Giftmord-Vorwürfe zurück.
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