Nach der Diskussion um eine mögliche Entsorgung ihrer Zettelkataloge möchte die Staatsbibliothek das Archiv vorerst bewahren und so eine Erforschung ermöglichen. Die Institution hat nach eigenen Angaben eine Tagung organisiert, die überraschend großes Interesse an der Erforschung historischer Zettelkataloge gezeigt hat. Besonders großes Interesse gebe es an den Berliner Zettelkatalogen, die zu DDR-Zeiten entstanden seien, hieß es in einer Mitteilung.
Worum geht es?
Die Staatsbibliothek hatte im August 2025 mitgeteilt, dass die bis Ende 2026 im Außenmagazin Friedrichshagen gelagerten Zettelkataloge eingestampft werden sollten, um dringend benötigte Flächen für die Sanierung des Hauses am Potsdamer Platz freizumachen. Die Inhalte seien gesichert, ausgewählte Karten sollten als «Zeitkapseln» erhalten bleiben.
Die Entscheidung, die papierenen Originale des Zettelkatalogs einzustampfen, sei nicht leichtfertig getroffen worden, hieß es damals. Sie sei Ergebnis eines langwierigen internen Abwägungsprozesses, bei dem die verfügbaren Alternativen berücksichtigt worden seien. Das hatte teilweise für Kritik und Diskussionen gesorgt.
Was sagt die Direktion?
Nun folgt die Wende: «Das wissenschaftliche Symposium hat bisher kaum sichtbares, lebhaftes Interesse an der Erforschung historischer Zettelkataloge gezeigt», wird Generaldirektor Achim Bonte in der Mitteilung der Staatsbibliothek zitiert. «Um für die gewünschten inhaltlichen und methodischen Erkenntnisprozesse hinreichend Zeit einzuräumen, sollen die bislang fehlenden Flächen innerhalb der Stiftung bis auf Weiteres gewährleistet werden können.»
Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erklärte: «Inwieweit sich die Gesellschaft Archivierungen und Musealisierungen leisten kann, ist immer auch ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess. Ich bin gespannt auf die demnächst zu erwartenden Beiträge und Forschungsfragen.»
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