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Fernwärme aus überschüssigem Strom - BEW baut neue Anlage

Die neue Power-to-Heat-Anlage entsteht am Heizkraftwerk in Berlin-Mitte. (Archivbild) / Foto: Matthias Arnold/dpa
Die neue Power-to-Heat-Anlage entsteht am Heizkraftwerk in Berlin-Mitte. (Archivbild) / Foto: Matthias Arnold/dpa

Wenn im Osten zu viel Wind- und Solarstrom produziert wird, wandelt eine neue Anlage diesen künftig in Fernwärme für Berlin um. Das soll unter anderem Gas sparen und CO2-Emissionen senken.

Wenn zu viel Strom aus Wind- und Solaranlagen kommt, kann dieser bald am Heizkraftwerk Berlin-Mitte innerhalb weniger Minuten in Fernwärme umgewandelt werden. Die BEW Berliner Energie und Wärme, der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und Stromnetz Berlin haben heute gemeinsam den Bau einer sogenannten Power-to-Heat-Anlage mit 120 Megawatt Leistung auf den Weg gebracht. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2028 geplant, wie die BEW mitteilte. Das landeseigene Unternehmen übernimmt demnach den Bau, 50Hertz maßgeblich die Finanzierung. Für den Bau sind bis zu 75 Millionen Euro veranschlagt. 

Die Anlage will 50Hertz im sogenannten Engpassmanagement einsetzen, wenn im Osten Deutschlands mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird, als von Stromverbrauchern genutzt werden kann. Anstatt Windkraft- oder Photovoltaikanlagen dann abzuregeln, könne die neue Anlage Strom aufnehmen und diesen in das Berliner Fernwärmenetz einspeisen. Das habe mehrere Vorteile: Der Einsatz fossiler Brennstoffe und CO2-Emissionen werde reduziert und die Kunden zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt. Fernwärme wird auch im Sommer gebraucht, wenn nicht geheizt wird - etwa zur Erwärmung von Wasser. 

«Allein in den ersten fünf Betriebsjahren spart die Anlage durch den geringeren Gaseinsatz des Heizkraftwerkes in Berlin-Mitte und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien jährlich rund 76.000 Tonnen CO2 ein», teilte die BEW mit. «Perspektivisch kann die Anlage bei vollem Betrieb im Winter über 30.000 durchschnittliche Haushalte mit Fernwärme versorgen und im Sommer ausreichend Warmwasser für rund 360.000 Haushalte bereitstellen.»

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