Grillverbote, abgesagte Open-Air-Veranstaltungen, bröckelnde Autobahnen: Die Hitzewelle trifft Berlin und Brandenburg bereits mit voller Wucht - und am Wochenende wird es noch heißer. Die 40-Grad-Marke könnte nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geknackt werden. Heute erreichen die Temperaturen 33 bis 37 Grad, wie es hieß. Die höchsten Werte werden demnach in Südbrandenburg erwartet.
Der Hitze-Sommer zeigt seine Schattenseiten: Feste und Sportveranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben. Statt einer großen Demonstration plant ein Bündnis aus Gewerkschaften und Sozial- und Wohlfahrtsverbänden gegen Reformpläne der Bundesregierung nur noch eine Kundgebung mit gekürzten Redebeiträgen. Brandenburgs Landestierschutzbeauftragte Anne Zinke warnte davor, Pferde bei Turnieren starten zu lassen.
Notaufnahmen rechneten mit mehr Patienten. Ein Jugendlicher starb am Donnerstag in Berlin nach einem Badeunfall in der Krummen Lanke. Behörden verkürzen ihre Öffnungszeiten, etwa in Potsdam. Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), appellierte: «Passen Sie auf sich auf und auch auf Ihre Mitmenschen!»
Die Suche nach Abkühlung an Badeseen und Freibädern ist groß. Teils wurden Öffnungszeiten verlängert.
Autobahn-Abschnitte wegen Schäden gesperrt
Besonders vorsichtig müssen Autofahrer sein, weil es zu Hitze-Schäden an Fahrbahnen kommt. Die Polizei und die Autobahn GmbH reagierten am Donnerstag mit Sperrungen auf Autobahnen. Betroffen sind die A2 zwischen den Anschlussstellen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam und die A10 zwischen den Anschlussstellen Marzahn und Hellersdorf Richtung Frankfurt (Oder).
Stress für Wälder - hohes Brandrisiko
Auch die Natur leidet wegen Trockenheit und Hitze unter Stress. Die Waldbrandgefahr steigt. Für drei Landkreise gilt inzwischen die höchste Gefahrenstufe 5, wie aus Daten des Agrar- und Umweltministeriums hervorgeht. Nahezu in allen weiteren Landkreisen besteht demnach mit der Stufe 4 eine hohe Gefahr. Am Donnerstag rückten die Feuerwehren in Brandenburg zu mehreren Feuern aus.
Hitzegewitter möglich
Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer starken bis extremen Wetterbelastung für Berlin und Brandenburg. Das Wochenende werde noch mal deutlich heißer als der Freitag. Laut Vorhersage erreichen die Temperaturen am Samstag 40 bis 41 Grad. Punktuell könne es Hitzegewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen geben. «Die bleiben meist an Ort und Stelle», sagte DWD-Meteorologe Stefan Rubach.
Am Sonntag wird es ähnlich heiß wie am Samstag. Im Westen Brandenburgs erwartet der DWD bis zu 38 Grad, in Berlin und der Lausitz bis zu 40 oder 41 Grad. «Wir kommen auf jeden Fall in die Nähe von Rekorden», sagte Rubach. Am Nachmittag und Abend nehme die Gefahr von Hitzegewittern wieder zu.
Tropische Nächte erwartet
Auch die kommenden Nächte bieten wenig Abkühlung. In der Nacht zu Samstag werden 17 bis 22 Grad erwartet, vielerorts wird es also eine tropische Nacht.
Die Nacht auf Sonntag werde mit 20 bis 24 Grad «deutlich unangenehmer», sagte Rubach. Die Tiefstwerte würden auch nur kurz zum Sonnenaufgang erwartet. Gegen Mitternacht sei es verbreitet noch 24 bis 29 Grad warm.
Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden auf Hitzewarnungen.de veröffentlicht. Der DWD empfiehlt unter anderem, die direkte Sonne zu meiden und die heißen Nachmittagsstunden in geschlossenen Räumen zu verbringen.
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