Nach dem Ausbruch eines Waldbrandes auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog im südwestlichen Brandenburg breitet sich das Feuer aus. Der Waldbrandschutzbeauftragte in Brandenburg, Raimund Engel, sprach am Nachmittag von einer betroffenen Fläche von mehr als 30 Hektar. Das entspricht umgerechnet einer Größe von ungefähr 40 Fußballfeldern.
Der Waldbrand auf dem mit Kampfmitteln belasteten Gelände bei Jüterbog ist der bislang größte Waldbrand in dieser Saison in Brandenburg. «Wir gehen davon aus, dass es sich im schlimmsten Fall noch über mehrere Tage hinziehen kann», sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin.
Trockenheit, Sonne und sommerliche Temperaturen sollen am Sonntag anhalten. In den meisten Landkreisen Brandenburgs herrschte eine hohe Waldbrandgefahr.
Detonation von alter Munition zu hören
Über dem ehemaligen Truppenübungsplatz «Altes Lager» im Landkreis Teltow-Fläming waren dicken Rauchwolken zu sehen. Immer wieder seien Detonationen zu hören, sagte Feuerwehrmann Walentin am Nachmittag.
Der frühere Truppenübungsplatz ist mit alter Munition belastet, heute aber ein Naturschutzgebiet auch mit Wanderwegen. Die Ursache für den Ausbruch des Waldbrandes am Freitag war unklar. Orte sind nicht betroffen.
Angelegte Schutzstreifen in dem Gebiet sollen helfen
Wegen der Kampfmittel im Boden kommt die Feuerwehr nicht direkt an die Brandstellen heran. An den Rändern der Wälder sollen sogenannte Schutzstreifen, auf denen nichts wächst, helfen, das Feuer zu hemmen. Brände sollen auf Sand sozusagen «auslaufen».
Das Feuer laufe zu den Schutzstreifen hin, sagte der Stadtbrandmeister. «Das spielt uns in die Karten. Das Konzept hat immer gegriffen.» Entweder das Feuer gehe dort von alleine aus oder die Einsatzkräfte könnten es dann löschen, sagte Walentin. Er hofft auch, dass sich höhere Luftfeuchtigkeit nachts positiv auswirkt.
«Kein Grund zur Panik»
«Es gibt keinen Grund zur Panik», meinte Jüterbogs Bürgermeisterin Christiane Lindner-Klopsch (parteilos). «Wir können damit umgehen.» Der Waldbrand war am Freitag in dem Gebiet mit Munitionsbelastung ausgebrochen. Zu Beginn war von einer Größe von rund 2,5 Hektar die Rede. Fast in jedem Sommer brechen bei Jüterbog Waldbrände aus.
Drohne zur Lageeinschätzung im Einsatz
Eine Drohne ist derzeit zur Vermessung und Lageeinschätzung im Einsatz. 28 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Feuerwehr am Nachmittag ausgerückt. Tanklöschfahrzeuge waren vor Ort. Ein Löscheinsatz aus der Luft per Hubschrauber sei derzeit nicht sinnvoll, sagte der Stadtbrandmeister.
Hunderte Hektar waren von Waldbrand 2023 betroffen
2023 waren auf einem ehemaligen Militärgelände bei Jüterbog um die 700 Hektar betroffen. Rund zwei Wochen waren die Feuerwehren damals im Einsatz. Der Chef der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Andreas Meißner, hatte von einem Rückschlag für die schützenswerte Natur gesprochen.
Wildnisgebiet mit seltenen Arten
Die Stiftung betreut das ehemalige Militärgelände bei Jüterbog, auf dem sich die Natur seit dem Abzug der sowjetischen Armee Anfang der 1990er Jahre ungestört entwickeln soll. Es wird auch als Wildnisgebiet bezeichnet, in dem auf forstliche Nutzung verzichtet wird. Neben Wald gibt es dort Heide und Sanddünen sowie seltene Tierarten wie Fischotter, Bechsteinfledermaus und Wiedehopf.
In Brandenburg gilt die Waldbrandgefährdung allgemein wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringem Niederschlag und leichter Sandböden bundesweit als besonders hoch.
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