Großeinsatz bei schweißtreibenden Temperaturen um die 40 Grad: Mehr als 200 Einsatzkräfte halten den Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg weiter in Schach. Bisher gebe es keine Bewegung, das Feuer habe sich nicht weiter ausgebreitet, sagte Raiko Riedel, Pressesprecher Feuerwehr Zeithain, der Deutschen Presse-Agentur.
Inzwischen seien zwei Löschhubschrauber im Einsatz. Das verbessere die Bekämpfung der einzelnen Brandherde deutlich. Die Einsatzkräfte seien zuversichtlich, dass sich das Feuer auch bei aufkommendem Wind in Schach halten lasse.
Die beiden Löschhubschrauber orteten die einzelnen Brandherde mit Wärmebildkameras und löschten sie aus der Luft. Am Boden ist zudem ein gepanzertes Löschfahrzeug in dem unwegsamen Gelände unterwegs. Tanklöschfahrzeuge sichern und wässern die Wege, um eine Ausbreitung zu verhindern. An der Lage selbst habe sich zunächst nichts geändert. Das Feuer sei weiter eingegrenzt, könne auf der munitionsbelasteten Fläche aber nicht direkt bekämpft werden.
Temperaturen erschweren Einsatz
«Der Einsatz ist sehr schwierig und belastend», erklärte Riedel. Die hohen Temperaturen machen nicht nur den Einsatzkräften zu schaffen. «Wir haben mittlerweile auch Technikausfälle.» Mal streike ein Display oder falle eine Kabeltrommel aus. Für die Helfer von der Feuerwehr stehen jede Menge Getränke bereit. «Allerdings nicht gekühlt, dafür fehlen die Kapazitäten», so Riedel.
Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben.
Am Sonntagmorgen war den Angaben zufolge eine Fläche von knapp 16 Hektar abgebrannt. Das hatten neue Messungen ergeben. Zuvor war von knapp 40 Hektar die Rede gewesen - das sei die Fläche, die von sicheren Wegen umgeben sei und innerhalb der es brenne, erklärte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos). Ortschaften waren zunächst nicht betroffen.
Facht der Wind das Feuer an?
Die Einsatzkräfte warten nun auf die weitere Wetterentwicklung. Der für den Nachmittag vorhergesagte starke Wind sei bislang ausgeblieben. Ob ein möglicher Wetterumschwung Regen oder lediglich stärkere Böen bringe, lasse sich derzeit noch nicht sagen. «Wir sind guter Dinge, dass wir da selbst bei Wind wenig Probleme kriegen», sagte Riedel. In Sachsen herrschen derzeit große Hitze und Trockenheit. Im Laufe des Tages sollen nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes starke Gewitter aufziehen.
Der Brand war nach Angaben Pollmers am Samstag gegen 15.00 Uhr auf der belasteten Fläche im Bereich des ehemaligen Flugfeldes und nördlich der früheren Bunkeranlage ausgebrochen. Dort habe es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben. Auf der Fläche gebe es wegen des vorherigen Brandes viel Totholz. Außerdem sei dort hüfthohes Gras gewachsen, das sehr trocken sei. Die Brandlast sei hoch, sagte Pollmer.
Munition belastet den Boden
Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. Teile des Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz können von Feuerwehrkräften wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden.
Der erneute Waldbrand in der Gohrischheide zeigt aus Sicht des BSW in Sachsen Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz. «Sachsen verfügt selbst nicht über ausreichend geschützte Spezialtechnik für Einsätze auf munitionsbelasteten Flächen. Im Ernstfall auf Unterstützung von außen angewiesen zu sein, kostet wertvolle Zeit», sagte Jens Hentschel-Thöricht von der BSW-Fraktion im Landtag. Er verwies darauf, dass für den Einsatz auf der munitionsbelasteten Fläche erst ein gepanzertes Löschfahrzeug aus Sachsen-Anhalt zur Unterstützung angefordert wurde.
Die BSW-Fraktion fordert die Beschaffung eigener geschützter Löschfahrzeuge sowie ein langfristiges Konzept für den Brandschutz auf ehemaligen Truppenübungsplätzen und munitionsbelasteten Gebieten.
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