Um vom Aussterben bedrohte Aale zu erhalten, haben rund 400.000 junge Tiere aus Frankreich in Berliner Gewässern eine neue Heimat gefunden. Das Fischereiamt setzte sie nach Angaben der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Havel, Spree und Dahme aus.
«Berlin trägt damit Verantwortung für eine der bedrohten Arten Europas», sagte Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU). «Der Europäische Aal ist seit Jahrzehnten auf dem Rückzug, und wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern, der EU und den Berliner Fischerinnen und Fischern dafür sorgen, dass er in Havel, Spree und Dahme eine Zukunft hat.»
Die jungen Neu-Berliner wiegen laut Umweltverwaltung einzeln bis zu 7 Gramm und zusammen rund 2.750 Kilogramm. Die Aktion ist Teil des Projekts «Laicherbestandserhöhung beim Europäischen Aal im Einzugsgebiet der Elbe». Die Aale wurden zwischen November und Februar in französischen Flussmündungen zum Atlantik gefangen und in einer Aalfarm in Deutschland auf ihre neue Umgebung vorbereitet.
Aale sollen später in den Nordatlantik
Die Aale seien drei bis dreieinhalb Jahre alt, sagte der Leiter des Fischereiamts Berlin, Jens Puchmüller. Das Ziel sei, dass mindestens 40 Prozent von ihnen nach acht bis zwölf Jahren als laichreife Tiere wieder in die natürlichen Aufwuchsgebiete der Sargassosee im Nordatlantik abwandern könnten. Die Investitionskosten beliefen sich auf 138.000 Euro – finanziert aus Mitteln der EU, des Landes Berlin und von Fischereiorganisationen.
Der Bestand des Europäischen Aals hat in den vergangenen 30 Jahren in ganz Europa und auch in Berlin deutlich abgenommen. Mittlerweile ist er vom Aussterben bedroht. Es war nicht die erste Aktion dieser Art in Berlin: Seit rund 20 Jahren werden Aale in Berliner Gewässer gesetzt.
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