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Herthas «maximal bitterer Nachmittag»: Aufholjagd vorbei?

«Maximal bitterer Nachmittag»: Hertha-Trainer Leitl war bedient. / Foto: Andreas Gora/dpa
«Maximal bitterer Nachmittag»: Hertha-Trainer Leitl war bedient. / Foto: Andreas Gora/dpa

Hertha Berlin verliert 0:1 gegen Kaiserslautern. Trotz Dominanz fehlte der entscheidende Treffer, die Aufstiegschancen schwinden.

Es war ein ungünstiger Zeitpunkt für Erinnerungsfotos. Nach dem wohl endgültigen Ende der Aufstiegsträume warteten in den Katakomben des Olympiastadions junge Fans auf ihre Hertha-Idole. Die Profis nahmen sich Zeit, schrieben Autogramme und posierten für Bilder mit den strahlenden Kindern. Ihre Enttäuschung über das Ende ihrer Aufholjagd blieb bei den Spielern aber groß.

«Natürlich ernüchternd» war das Fazit von Torwart Tjark Ernst nach dem 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die Serie der Berliner mit 13 Zählern aus fünf Spielen endete. «Ich glaube jeder, der heute das Spiel gesehen hat, hat mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor gesehen. Und deswegen ist es natürlich extrem ärgerlich, weil wir uns viel vorgenommen haben und jetzt am Ende ohne Punkte stehen», sagte der Keeper.

Seguin: «Eigentlich fast unmöglich»

Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf Relegationsplatz drei und es sind nur noch fünf Spiele. Bei der Hertha ist man realistisch. «Wir müssen ehrlich sein, es wird sehr schwer, eigentlich fast unmöglich», sagte Mittelfeldspieler Paul Seguin. «Vom Gefühl hatte ich dieses Spiel schon tausendmal in dieser Saison. Wir kriegen es irgendwie nicht hin, die entscheidenden Dinger dann auch mal reinzumachen.»

Es stimmt, Hertha dominierte über weite Strecken und ließ besonders in Halbzeit eins kaum etwas zu. Doch es bleibt dabei: Wenn ein Gegner Räume bietet, brillieren die Berliner mit ihrer schnellen und technisch versierten Offensive. Doch gegen tiefstehende Kontrahenten, wie es der FCK im dritten Duell dieser Saison war, fehlt dem Hauptstadtclub zu oft das letzte Quäntchen. «Es lag häufig am letzten Pass, an der letzten Idee, die nicht gepasst hat», sagte Stürmer Luca Schuler.

Der Siegtreffer der Lauterer durch Mergim Berisha fiel kurz nach dem Seitenwechsel aus dem Nichts und es brauchte glückliche Abpraller dafür. Allerdings klärte die Hertha-Abwehr den vorangegangenen Eckball aber auch allzu zaghaft. «Richtig scheiße für uns, das muss man auch so sagen. Wir kriegen die erste Ecke gegen uns und das Ding ist drin», sagte Trainer Stefan Leitl, es sei ein «maximal bitterer Nachmittag» gewesen.

Im Sommer könnte es viele Veränderungen geben

Die Berliner rannten dann an. Seguin traf den Pfosten und ein bärenstarker Julian Krahl im Tor der Pfälzer verhinderte mehrmals den Ausgleich. Nach 29 Spieltagen bleibt aber die Erkenntnis, dass es für die Hertha für ganz oben offenbar nicht reicht.

Es wird spannend zu sehen, welche Mannschaft die Berliner in der kommenden und dann vierten Zweitligasaison auf den Platz bringen werden. Kennet Eichhorn, Fabian Reese und Tjark Ernst sind nur einige der Namen, die bei höherklassigen Clubs auf dem Zettel stehen. Für Leitl gab es von Geschäftsführer Peter Görlich in einem Interview mit dem rbb ein Bekenntnis für die nächste Saison.

In den letzten fünf Spielen wollen die Berliner aber auch ihrem Anhang nochmal Grund zur Freude geben. «Die Flinte irgendwie ins Korn werfen, das sind wir nicht», sagte Verteidiger Toni Leistner. «Jeder weiß, dass wir den Fans was schuldig sind, die uns über die letzten Jahre schon immer in voller Kapelle unterstützt haben.»

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