Die Eisbären Berlin stehen trotz einer von vielen Widrigkeiten geprägten Saison wieder dort, wo sie nach den eigenen Ansprüchen hingehören. Zum 15. Mal erreichte der Rekordmeister das Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL). «Es ist wirklich eine phänomenale Gruppe von Spielern. Sie begeistern mich jedes Mal», sagte Cheftrainer Serge Aubin nach dem entscheidenden 4:1 bei den Kölner Haien bei Magentasport über sein Team. «Köln ist ein großartiges Team. Es war hart, wir mussten um alles kämpfen. Aber die Jungs haben es geschafft.»
Mit 4:2 entschieden die Berliner die Halbfinal-Serie gegen den Hauptrundenbesten für sich. Im Finale wartet nun die ultimative Herausforderung. Gegner ist der große Rivale Adler Mannheim. Den Berlinern winkt der dritte Titel in Folge und der fünfte in den letzten sechs Jahren.
Das erste Spiel der Best-of-seven-Serie zwischen den beiden erfolgreichsten Mannschaften der Liga-Geschichte findet am Freitag in der Kurpfalz statt (19.30 Uhr/Magentasport und DF1).
Torhüter Stettmer: «Haben uns niemals unterkriegen lassen»
Ein Sonderlob gab es nach dem Sieg in Köln für Torhüter Jonas Stettmer. Er habe «unglaublich» gehalten, sagte Aubin. Auf den 24 Jahre alten Goalie wird es nun auch im Finale ankommen, weil sich Jake Hildebrand im vierten Halbfinalspiel schwer verletzte.
Stettmer selbst gab sich trotz seiner Glanzleistung bescheiden. «Wir haben so viele gute Jungs, die so einen guten Job machen. Da kommt es nicht auf eine Person an», sagte er bei Magentasport.
Entscheidend für den Sieg in der hart umkämpften Serie war für ihn, dass die Berliner die «Kleinigkeiten» besser gemacht hatten. «Wir haben kompakter in der Defensive gestanden und im richtigen Moment die Tore geschossen», sagte Stettmer. Außerdem hob er die Mentalität hervor: «Am Ende des Tages hat das Team zusammengehalten. Wir haben uns niemals unterkriegen lassen, egal was die Saison gebracht hat.»
Die Historie spricht für die Eisbären
Tatsächlich war lange nicht absehbar gewesen, dass die Hauptstädter wieder ins Finale einziehen würden. Verletzungen zahlreicher Leistungsträger erzwangen immer wieder Umstellungen, erst am letzten Hauptrundenspieltag sicherte sich der Titelverteidiger den sechsten Tabellenplatz und damit die direkte Qualifikation für das Viertelfinale.
In den Playoffs überzeugten die dezimierten Berliner dann aber mit ihrer Intensität und Effizienz. Die war nicht zuletzt auf die erstaunliche Torgefahr der Verteidiger zurückzuführen. Allein in der Halbfinalserie erzielten sie elf der insgesamt 23 Tore.
Im Finale gegen Mannheim werde es nun aber «unfassbar hart», warnte Stettmer. Schließlich spielen die Kurpfälzer eine starke Saison und sind auch tiefer besetzt als die Berliner, die neben Hildebrand auf die Langzeitverletzten Korbinian Geibel, Lean Bergmann, Blaine Byron und Patrick Khodorenko verzichten müssen.
Für die Eisbären spricht allerdings die Historie. 2002 verloren sie zuletzt eine Playoff-Serie gegen die Mannheimer. Danach blieben sie siebenmal siegreich – zuletzt im vergangenen Jahr, als sie die Adler auf dem Weg zum elften DEL-Titel im Halbfinale glatt mit 4:0 bezwangen.
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