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Intendantenfrage vertagt - Loos spricht von sinkendem Schiff

Anna Loos bewarb sich Ende 2025 als Intendantin - das Theater in Brandenburg an der Havel setzt stattdessen bis 2027 auf eine interne Lösung. Loos will ihre Bewerbung dennoch nicht fallen lassen. (Archivbild) / Foto: Marcus Brandt/dpa
Anna Loos bewarb sich Ende 2025 als Intendantin - das Theater in Brandenburg an der Havel setzt stattdessen bis 2027 auf eine interne Lösung. Loos will ihre Bewerbung dennoch nicht fallen lassen. (Archivbild) / Foto: Marcus Brandt/dpa

Anna Loos reagiert mit scharfer Kritik auf die vertagte Intendantenfrage am Brandenburger Theater. Um die Zukunft des Hauses droht offener Streit.

Die Schauspielerin Anna Loos will ihre Bewerbung als Intendantin am Theater ihrer Heimatstadt Brandenburg an der Havel aufrechterhalten und übt zugleich Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen. Vor wenigen Tagen entschied der Aufsichtsrat, dass er die vakante Intendantenstelle vorerst nicht neu besetzt und die Entscheidung vertagt. 

Loos erklärte in einer Mitteilung am Abend: «Das Theater ähnelt einem sinkenden Schiff, und ein Kurswechsel ist dringend notwendig.» Es sei nicht gelungen, die wachsende Krise des Brandenburger Theaters zu beenden. «Das Haus braucht keine weiteren Interimslösungen, es braucht eine ernstzunehmende Intendanz mit einer starken künstlerischen Vision und vollkommen neue Impulse.» 

Loos: Verwaltung des Status quo

Der Aufsichtsrat des Theaters beschloss, die leitende Dramaturgin des Theaters, Carola Söllner, bis zum Ende der Spielzeit 2026/2027 als Künstlerische Leiterin zu berufen. Der frühere Intendant Alexander Busche hatte das Haus im vergangenen Sommer verlassen. 

Loos sprach von einem mutlosen Vorgehen. Sie kritisierte: «Es ist eine Entscheidung für die Verwaltung des Status quo, nicht eine für die Zukunft.» 

Wasserschaden trifft Theater hart

Derzeit schränkt ein großer Wasserschaden den Betrieb am Stadttheater massiv ein. Eine Sperrung der Bühne bis zum Ende der laufenden Spielzeit könne nicht ausgeschlossen werden, teilte das Theater mit.

Die Schauspielerin, die in Brandenburg an der Havel aufgewachsen ist, hatte sich Ende 2025 offiziell um die Intendanz beworben. Sie hatte das Ziel genannt, künftig ein festes Schauspiel-Ensemble aufbauen und das Theater weiter entwickeln zu wollen. 

Nach der jetzigen Entscheidung des Theaters gegen eine personelle Neuaufstellung schrieb sie: «Und ich möchte hiermit erklären, dass ich meine Bewerbung um die Intendanz des Brandenburger Theaters aufrechterhalte.» 

Es sollen zahlreiche andere Bewerbungen eingegangen sein, obwohl die Stelle nicht ausgeschrieben war. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Verantwortlichen der Stadt hätten sich über vorherige Aussagen der Schauspielerin zum Theater geärgert. 

Die 55-Jährige hatte der dpa gesagt: «Die Situation des Theaters hat sich kontinuierlich verschlechtert. Es werden zu wenige Tickets verkauft, es wird zu wenig Programm angeboten, das Theater verliert zunehmend sein Publikum, und die Lichter sind häufiger aus als an.»

Loos will Gespräch suchen

Nun will Loos mit den Verantwortlichen sprechen. «Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat sich übrigens bisher mir gegenüber geäußert, deshalb werde ich meinerseits das Gespräch suchen. Das Theater ist ein öffentlicher Ort, finanziert mit öffentlichem Geld. Transparenz ist geboten.»

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