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«Der Geizige»: Lars Eidinger isst Pommes im Autohaus

Lars Eidinger (50) ist an der Berliner Schaubühne in «Der Geizige» zu sehen. / Foto: Jens Kalaene/dpa
Lars Eidinger (50) ist an der Berliner Schaubühne in «Der Geizige» zu sehen. / Foto: Jens Kalaene/dpa

Lars Eidinger spielt in einer neuen Theateraufführung einen cholerischen Geizhals im Autohaus. Die Inszenierung an der Berliner Schaubühne ist schon jetzt komplett ausverkauft.

Er singt den Blues eines verzweifelten Mannes, schiebt Pommes in sich hinein und vergräbt Geld in der Pappschachtel: Lars Eidinger (50) ist an der Berliner Schaubühne in «Der Geizige» zu sehen. In der Inszenierung von Thomas Ostermeier spielt er einen cholerischen Geizhals im Autohaus – eine moderne Version von Molières Klassiker.

Erstmals seit einem Jahrzehnt haben Eidinger und Ostermeier wieder gemeinsam an einer Inszenierung gearbeitet. Schauspielstar Eidinger trägt Schnurrbart, schlecht sitzende Krawatte und Plauze.

Bald in einem Hollywoodfilm

Schon bald fliegt er in die USA, um dort die Rolle des Bösewichts im neuen «Superman»-Film «Man of Tomorrow» zu übernehmen. Vorher aber wird Eidinger in der neuen Theaterrolle gefeiert. Der Abend an der Schaubühne zeigt die Komödie von 1668 mit viel Slapstick.

Eidinger spielt einen Mann, der sich um sein Vermögen sorgt und eine Million im Garten vergräbt. Seine Kinder will er strategisch verheiraten und selbst eine jüngere Frau ehelichen. Die Sorge um sein Geld aber macht ihn paranoid. 

Der Abend setzt sich mit Männlichkeit auseinander, mit Spießigkeit, mit der Wichtigkeit von Geld und Besitz, mit Vätern und den Konflikten, die zwischen Generationen entstehen. «Wir haben uns den Arsch für euch aufgerissen», sagt Eidinger in einer Szene. Der Sohn entgegnet: «Ich hoffe, es ist gut verheilt.»

Schon jetzt ausverkauft

Der rund zweistündige Abend ist unterhaltsam, manchmal klamaukig, in einer Szene rührend. In kurzen Momenten greift er politische Themen auf, etwa das Attentat auf Donald Trump während der Präsidentschaftskandidatur oder Datingtipps aus dem rechten Lager, wie Männer eine Freundin finden.

Schon vor der Premiere waren sämtliche Aufführungen im April und Mai ausverkauft. Am Premierenabend stellten sich einige Menschen mit einem Schild vor das Theater in der Hoffnung, noch eine Karte zu bekommen.

Wird also auch dieser Theaterabend über Jahre ausverkauft sein, wie schon «Hamlet» und «Richard III.» von Ostermeier und Eidinger? Wer die neue Aufführung sehen will, muss auf die nächste Spielzeit hoffen. Oder versucht es mit ein bisschen Glück selbst an der Abendkasse.

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