Ob in Halle/Saale oder Hamburg: Plattenbauten gibt es vielerorts in Deutschland - eine Ausstellung in Dresden widmet sich nun diesen Wohnhäusern aus Fertigteilen. Sie zeigt, wann und warum die Idee des industriellen Wohnungsbaus aufkam und wie sie sich weiterentwickelte, wie das Stadtmuseum mitteilte. «Platte Ost/West – Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise» eröffnet am Samstag.
Bewohner kommen zu Wort
Anhand zeitgenössischer Modelle, Fotos, Entwürfe und einer künstlerischen Rauminstallation werden die Phasen des Plattenbaus von 1945 bis heute vorgestellt und die Frage nach der Zukunft des modularen seriellen Bauens gestellt. Auch die Perspektive der Bewohner findet Raum, etwa in Interviews, die in Dresden-Prohlis und Köln-Chorweiler geführt wurden. Beteiligte Architekten berichten zudem von ihren Erinnerungen an den Bau.
Zu sehen sind unter anderem Beispiele aus Aschersleben, Berlin, Cottbus, Dortmund, Dresden, Erfurt, Gera, Halle/Saale, Hamburg, Hoyerswerda, Leipzig, Rostock, Saarbrücken, München, Neubrandenburg, Nordhausen, Plauen, Stendal, Stuttgart und Wolfsburg.
Videospiel und Stadtteilrundgänge
Die Ausstellung bietet Besuchern auch Gelegenheiten, selbst aktiv zu werden. Für Familien hält das Museum ein Kinderheft und viele Mitmachstationen bereit. Jung und Alt können sich am eigens entwickelten Videospiel «Dresden Block Tetris» versuchen. Eine Audiospur und taktile Stationen wurden für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung erarbeitet. Von März bis Juni bietet das Stadtmuseum auch Stadtteilrundgänge in Dresden und Hoyerswerda an.
Bis 29. November ist «Platte Ost/West» in Dresden zu sehen. Dann wandert die Ausstellung weiter: 2027 ins Potsdam Museum und 2028 ins Baukunstarchiv NRW in Dortmund.
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