Das eigene Verhalten zu reflektieren, über Verantwortung nachzudenken und belastende Situationen zu verarbeiten - das sollen Berliner Polizisten und Polizistinnen künftig noch besser lernen als bisher. Dazu eröffnete die Berliner Polizei nach mehrjähriger Vorbereitungszeit ein neues «Zentrum für Berufsethik und Reflexion». Sowohl junge Nachwuchspolizisten als auch altgediente Beamte sollen sich dort noch einmal ganz neu mit zahlreichen Aspekten ihres Berufes beschäftigen, die im Alltag möglicherweise zu kurz kommen.
Polizeibeamte sollen in Ausstellungen über Alltag reflektieren
Das «Zentrum für Berufsethik und Reflexion» nahe der Polizeiakademie in Spandau bietet in zahlreichen Räumen auf 500 Quadratmetern Gruppen von bis zu zwölf Polizisten die Möglichkeit, sich unter Anleitung von Moderatoren mit vier Themenbereichen auseinanderzusetzen: Mensch sein, Gewalt, Extremsituationen, Tod und Sterben.
Dazu gibt es Ausstellungen mit Gegenständen, Filme und interaktive Angebote für kontroverse Debatten und Rollenspiele. In einem Raum liegt eine Puppe, die einen Obdachlosen darstellt, auf dem Boden. Das Thema: die Würde des Menschen. In einem anderen Raum geht es um die Erfahrungen mit Gewalt, die Polizisten sowohl ausüben als auch erleben. Auch Mobbing und sexuelle Belästigung innerhalb der Polizei ist ein Thema.
Zentrum in Nordrhein-Westfalen als Vorbild
Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel sprach von einem ganz besonderen Ort für Gespräche, Begegnungen und Lernen an ethischen Fragestellungen. Gerade für Polizisten mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und ihren besonderen Rechten seien diese Auseinandersetzungen entscheidend.
Die Idee für das Zentrum sei 2019 entstanden, Nordrhein-Westfalen habe ein Vorbild geliefert, sagte Slowik Meisel. Der Umbau des Hauses und die Einrichtung habe 3,5 Millionen Euro gekostet.
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