Bei einem großangelegten Einsatz gegen eine mutmaßliche Drogenbande in Berlin-Reinickendorf hat die Polizei sechs Personen im Alter zwischen 33 und 56 Jahren festgenommen. Insgesamt durchsuchten die Beamten am Donnerstagabend sechs Wohnanschriften sowie ein Café und ein Lager, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Berlin mitteilten.
Sie beschlagnahmten dabei unter anderem mehrere Hundert Gramm Kokain, etwa 2,5 Kilogramm Marihuana, mehrere sogenannte Haschischplatten, Bargeld im fünfstelligen Bereich sowie diverse Unterlagen. Gegen vier der sechs Verdächtigen erließ ein Ermittlungsrichter später Haftbefehle, sie sitzen in Untersuchungshaft. Die beiden anderen Personen kamen wieder frei.
Rauschgift aus dem Café
Die Ermittler werfen Angehörigen der Bande vor, von einem Café im Märkischen Viertel aus einen Drogenhandel aufgezogen zu haben. Käuferinnen und Käufer sollen teilweise auch beliefert worden sein. Ein Lagerraum in einem Wohngebäude in dem Viertel soll als sogenannter Bunker genutzt worden sein, also als eine Art Warenlager. Zwei Verdächtige sollen einen schweren Raub im Jahr 2022 begangen haben.
Der 53‑jährige Hauptverdächtige und mutmaßliche Kopf der Gruppe setzte sich den Angaben zufolge bei seiner Festnahme heftig zur Wehr. Einsatzkräfte setzten einen sogenannten Taser gegen ihn ein, also ein Elektroimpulsgerät. Ein Polizeibeamter verletzte sich bei der Auseinandersetzung an der Hand und wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten