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Kältebusse in Flammen – Berliner spenden und helfen spontan

Bereits vor Tagen wurde ein Kältebus in Brand gesetzt. (Archivbild) / Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Bereits vor Tagen wurde ein Kältebus in Brand gesetzt. (Archivbild) / Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Binnen weniger Tage steht in Berlin erneut ein Kältebus in Flammen. Diesmal können Zeugen einen Tatverdächtigen ausmachen. Hat der Mann auch was mit den anderen Taten zu tun?

Nicht einmal eine Woche ist es her, dass zwei Kältebusse der Berliner Stadtmission durch Feuer schwer beschädigt wurden, am Neujahrstag stand auch das dritte Fahrzeug des gemeinnützigen Vereins in Flammen. Die Schäden sind auch in diesem Fall so gravierend, dass der Bus nicht mehr eingesetzt werden kann, sagte Stadtmissionssprecherin Barbara Breuer auf dpa-Anfrage. Die Stadtmission hofft dennoch, ihr Hilfsangebot für obdachlose Menschen nicht einschränken zu müssen. 

Nach Angaben der Berliner Polizei steht ein 43-jähriger Mann im Verdacht, den Brand am frühen Donnerstagnachmittag verursacht zu haben. Nach Angaben der Stadtmissionssprecherin war er einem Mitarbeiter der Stadtmission und einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aufgefallen, der das Gelände an der Lehrter Straße in Berlin-Moabit im Blick hat. Die verdächtige Person soll neben dem Bus gestanden haben, kurz bevor das Feuer ausbrach. 

Die beiden Mitarbeiter haben den Mann festgehalten, anschließend der Polizei übergeben und auch den Brand gelöscht. Nach Angaben der Polizei ergab eine Atemalkoholmessung einen Wert von circa 1,6 Promille bei dem Tatverdächtigen. Er soll im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden - eine Untersuchungshaft steht im Raum. 

Was könnte das Motiv sein?

Noch sind allerdings wichtige Fragen ungeklärt: Was könnte das Motiv gewesen sein, einen Kältebus anzuzünden, der eingesetzt wird, um obdachlose Menschen in Notunterkünfte zu fahren, um sie vor dem Erfrieren zu retten oder ihnen in kalten Winternächten Tee, Suppe und Schlafsäcke zu bringen? Auch die Stadtmission hat dafür noch keine Erklärung: «Wir hoffen, dass da jetzt ein wenig Licht ins Dunkel gebracht wird», sagte Barbara Breuer.

 Unklar ist auch, ob es einen Zusammenhang mit dem Vorfall in der Nacht zu vergangenem Sonntag gibt. Dabei war ein Kältebus der Stadtmission komplett ausgebrannt, ein anderer teilweise. Die Polizei ging auch dabei von Brandstiftung aus. 

Die Stadtmission setzt darauf, die Kältebusfahrten gerade jetzt angesichts des Winterwetters uneingeschränkt fortzusetzen. «Es sieht gut aus. Wir hatten so viele Hilfsangebote, dass wir anrufen und darauf zurückkommen können», sagte Breuer. «Wir hatten nach dem ersten Brand eine Welle der Hilfsbereitschaft. Eine Autovermietung hat gesagt: Wir können euch Fahrzeuge zur Verfügung stellen - und andere Organisationen und Firmen auch.» Diese Angebote wolle die Stadtmission jetzt annehmen. 

Bei den Kältebusfahrten soll es keine Einschränkungen geben

In der vergangenen Nacht habe der Ausfall auch des dritten Kältebusses keine größeren Auswirkungen gehabt. «Gestern waren zwei unterwegs, das war regulär so geplant», erklärte Breuer. «An Sonn- und Feiertagen sind einfach weniger Menschen unterwegs, und dann rufen auch weniger Menschen den Kältebus.» Zwei Fahrzeuge seien dann in der Regel ausreichend. 

Wie schwer die Schäden an dem dritten Bus sind, sei im Detail noch nicht abzuschätzen, sagte Breuer. Von den beiden anderen Kältebussen ist der eine so zerstört, dass er ersetzt werden muss, der andere soll repariert werden. 

Die Deutsche Bahn Stiftung, die das Geld für den zerstörten Bus 2022 gespendet hatte, hat inzwischen 70.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Busses zur Verfügung gestellt. «Das war natürlich eine Riesenfreude und eine Supernachricht», sagte Breuer. 

Überhaupt seien die Reaktionen überwältigend gewesen. Es habe viel Zuspruch, große Hilfsbereitschaft und auch etliche Spenden gegeben. Die Stadtmission hatte sich dafür bereits auf Instagram bedankt und ihre Erfahrungen so kommentiert: «Ihr seid einfach krass».

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