Dieseldiebstähle haben in einigen Regionen Brandenburgs in den vergangenen Wochen Tausende Euro Schaden verursacht. «Mit dem Spritpreis steigen die Fälle, dass Diesel illegal abgezapft wird», sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Etliche Baustellen sind betroffen. Der Bauindustrieverband Ost beklagt vor allem erhebliche Kosten durch aufgebrochene Maschinen und Verzögerungen beim Bauablauf.
Zuletzt habe es etwa 2.000 Euro Schaden gegeben, als an einem abgestellten Transporter manipuliert worden und literweise Diesel ausgelaufen sei, so die Polizei im Süden Brandenburgs. Regelmäßig komme es in der Nacht zu Dieselklau auf Baustellen und kürzlich auch auf Autobahnraststätten von abgestellten Lastwagen während die Fahrer schliefen.
Hunderte Liter Diesel aus den Tanks abgezapft
Als Beispiel nannte der Sprecher etwa Fälle von der Autobahn 10 bei Königs Wusterhausen und von einem Betriebshof in Spree-Neiße. Fast zeitgleich sei die Polizei auf die Parkplätze Lankensee und Uckleysee gerufen worden. «In beiden Fällen hatten Lkw-Fahrer festgestellt, dass der Tank ihrer Brummis über Nacht angezapft wurde.» Hunderte Liter Diesel fehlten. Bei Roggosen drangen Unbekannte auf das Gelände ein und zapften etwa 250 Liter Kraftstoff ab.
Auch die anderen Polizeidirektionen berichten, dass es in ihren Gebieten immer wieder zu Dieseldiebstählen komme. «Besonders beliebt sind Bagger oder andere Arbeitsmaschinen von Baustellen», heißt es etwa von der PD West. Zuletzt gab es einen Fall in Ludwigsfelde im Kreis Teltow-Fläming. Konkrete Fallzahlen zu den vergangenen Wochen seit dem Iran-Krieg und dem Anstieg der Kraftstoffpreise gibt es bislang in keiner der vier Polizeidirektionen.
Im Dunklen fühlen sich Diebe sicherer
Problematisch sei es vor allem, wenn Parkplätze, Baustellen und Betriebshöfe schlecht beleuchtet seien, so der Polizeisprecher aus dem Süden Brandenburgs. Das könne die Gefahr erhöhen, dass sich Kriminelle sicher fühlten. Hilfreich könne es deshalb sein, seinen Lastwagen eher nicht im Dunklen zu parken, wenn es die Chance dazu gebe.
«Gerade wenn Baustellen mehrfach vom Dieseldiebstahl betroffen sind, gehen wir mit Baustellenbetreibern ins Gespräch.» Eine Möglichkeit sei es, die Ausleuchtung anzupassen oder eine Videoüberwachung zu installieren.
Verzögerungen auf Baustellen und Mehrkosten die Folge
«Mit steigenden Kraftstoffpreisen nimmt die Attraktivität solcher Delikte weiter zu - erste Anzeichen dafür sehen auch unsere Mitgliedsunternehmen», beklagte der Bauindustrieverband Ost den Diesel-Klau. Gleichzeitig sei die Aufklärungsquote nach wie vor sehr gering, was die Situation zusätzlich verschärfe.
Der reine Wert des entwendeten Diesels sei oft gar nicht der größte Schaden, sagte Hauptgeschäftsführer Robert Momberg. «Deutlich schwerer wiegen Folgekosten durch aufgebrochene Maschinen, beschädigte Tanks und vor allem Störungen im Bauablauf. Auf eng getakteten Baustellen mit vielen Gewerken können solche Ausfälle schnell zu erheblichen Verzögerungen und damit zu spürbaren Mehrkosten führen.»
Betriebe treffen Vorkehrungen
Die Unternehmen reagieren laut Verband bereits mit verschiedenen Maßnahmen: Häufig erfolge die Versorgung über mobile Tankservices, die Maschinen zu Wochenbeginn direkt auf der Baustelle betankten. Betriebe setzten auch auf Videoüberwachung. «Allerdings sind auch diese Maßnahmen mit zusätzlichen Kosten verbunden, die die Unternehmen tragen müssen.»
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