In einer Chatgruppe soll sich ein Mediziner mit anderen Männern über sexuelle Übergriffe an bewusstlosen Frauen ausgetauscht und Ratschläge gegeben haben. Rund zwei Jahre später hat gegen den 32-Jährigen nun der Prozess vor dem Berliner Landgericht begonnen. Die Anklage lautet unter anderem auf Beihilfe zur besonders schweren Vergewaltigung und zur gefährlichen Körperverletzung. Ob sich der Mann zu den Vorwürfen äußern wird, blieb zunächst offen.
Der studierte Mediziner, der aus China stammt, soll Anfang 2024 zu acht Mitgliedern einer Chatgruppe auf dem Messenger-Dienst Telegram gehört haben. Diese habe den Mitgliedern «als Austauschplattform bezüglich schwerer Sexualverbrechen – konkret Vergewaltigungen nach vorheriger Sedierung – zum Nachteil von Frauen» gedient, heißt es in der Anklage.
Anklage: Ratschläge zu sedierenden Mitteln
Nach einem Vergewaltigungsversuch, den ein anderes Mitglied der Gruppe per Livestream geteilt habe, soll der 32-Jährige von seiner damaligen Wohnung in Berlin aus Ratschläge und Hinweise zu Beruhigungsmitteln gegeben haben. Er habe gewusst, dass der Chatpartner nach dem erfolglosen Versuch «zeitnah weitere Vergewaltigungstaten plante», heißt es in der Anklage. Einen Tag später habe der Chatpartner, der gesondert verfolgt wird, dann eine Frau in ihrer Wohnung betäubt, gefesselt und vergewaltigt.
In einer zweiten Anklage wegen sexuellen Übergriffs wird dem 32-Jährigen vorgeworfen, zwischen Juli 2019 und Juli 2021 in China mehrfach und teilweise gemeinsam mit Mittätern eine Frau missbraucht zu haben. Die Frau sei «bewusstlos oder wenigstens schlafend» gewesen, als sie sexuell berührt wurde. Die Übergriffe habe der Angeklagte gefilmt.
Der 32-Jährige befindet sich seit September 2025 in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind sechs weitere Verhandlungstage bis zum 20. Mai vorgesehen.
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