Nach dem geplanten Aus für das Krankenhaus in Wittstock/Dosse läuft eine Aktion zur Sicherung der medizinischen Versorgung an. Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos, für BSW) und Bürgermeister Philipp Wacker (CDU) wollen den Standort erhalten. «Es wird keine Strukturveränderung geben, ohne dass alternative Versorgungsangebote entstehen. Die Notfallversorgung muss dauerhaft gewährleistet bleiben», teilte Müller nach einem Treffen mit Wacker mit. Viele Regionen würden in der Krankenhausreform zu wenig berücksichtigt.
Müller will Betreiberfirma in die Pflicht nehmen
Die Ministerin will in der kommenden Woche mit der Spitze der KMG Kliniken sprechen: «KMG hat einen Versorgungsauftrag. Wir werden sie in die Pflicht nehmen», sagte Müller. Wittstock sei trotz der Fachabteilungen kein sogenanntes Sicherstellungskrankenhaus und falle damit nicht unter Ausnahmeregelungen der Reform.
Die Krankenhausreform ist seit 1. Januar in Kraft. Geplant ist, dass die Länder ihren Kliniken bis Ende 2026 Leistungsgruppen zuweisen. Die Finanzierung soll schrittweise umgestellt werden. Die SPD/BSW-Koalition will alle Krankenhausstandorte erhalten - aber nicht zwingend als Klinik. Müller setzt auf eine engere Verzahnung von Krankenhäusern und Arztpraxen. Die Reform bringt nach ihrer Ansicht längere Wege zum Arzt.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten