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Christliche Kliniken in Brandenburg fordern finanzielle Sicherheit wegen Krankenhausreform

Das St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci gehört zum Verbund christlicher Kliniken Brandenburg, der auf mehr finanzielle Sicherheit bei der Krankenhausreform dringt (Archivbild). / Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB
Das St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci gehört zum Verbund christlicher Kliniken Brandenburg, der auf mehr finanzielle Sicherheit bei der Krankenhausreform dringt (Archivbild). / Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Christliche Kliniken in Brandenburg warnen vor finanziellen Engpässen durch die Krankenhausreform und fordern Bundesausgleich für Inflation und Tarifsteigerungen.

Die christlichen Kliniken in Brandenburg sehen sich angesichts der Krankenhausreform in angespannter wirtschaftlicher Lage und dringen auf mehr finanzielle Sicherheit vom Bund. «Die Krankenhäuser sind schon schwer unter Wasser», sagte der kaufmännische Vorstand des Verbunds Diakonissenhaus Teltow, Hans-Ulrich Schmidt. Mit Blick auf die Reform sagte er: «Wir werden nicht mehr in allen Häusern alles vorhalten können.» Bestimmte Kliniken würden zu Fachkrankenhäusern entwickelt.

Die 15 Partnerkliniken des Verbunds christlicher Kliniken haben rund 185.000 Patienten im Jahr. Dort arbeiten insgesamt 5.500 Menschen. Dazu gehören unter anderem das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam, das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg und das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow. Die Träger der Häuser sind evangelisch oder katholisch.

Der Umsatz des Verbunds lag 2024 bei 530 Millionen Euro. Das Diakonissenhaus Teltow hat auch Managementverantwortung für die Klinik in Forst (Lausitz), die bisher nicht zum Verbund gehört.

Häuser wollen Ausgleich für gestiegene Kosten

Die Christlichen Kliniken in Potsdam mit Häusern auch in Bad Belzig und Bernau dringen auf Unterstützung des Bundes als Ausgleich für Inflation und Tariferhöhungen, wenn Hilfe des Bundes dafür ausläuft. «Wenn wir das wirtschaftliche Überleben der Krankenhäuser bis zum Greifen der Krankenhausplanung sichern wollen, brauchen wir aber eine zuverlässige Inflations- und Tarifausgleichsregelung», sagte Alexianer-Regionalgeschäftsführer Alexander Mommert. «Wir können die Kosten nicht irgendwo weitergeben.»

Die Immanuel Albertinen Diakonie mit Kliniken in Bernau, Buckow und Rüdersdorf hält Sonderregelungen für kleinere Krankenhäuser für notwendig. Nötig sei im Rahmen der Reform mehr Flexibilität bei der Zuordnung der künftigen Leistungen und die Möglichkeit standortübergreifender Lösungen, sagte die Geschäftsführerin des Immanuel Klinikums Bernau, Verena Plocher.

«Ohne diese Flexibilität droht wirklich auch ein Wegfall wohnortnaher Versorgung, unter Umständen auch längere Wege für Patientinnen und Patienten für bestimmte Leistungen.»

Kliniken vor größerem Umbau

Die Krankenhausreform des Bundes, die Anfang 2025 in Kraft trat, soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Die Kliniken stehen unter finanziellem Druck. Rund 80 Prozent der Krankenhäuser im Land schreiben nach Angaben des Gesundheitsministeriums rote Zahlen. Offen ist bisher, welche Leistungen die Krankenhäuser künftig noch anbieten können.

Die neue SPD/CDU-Koalition will die Krankenhausstandorte erhalten - als Krankenhäuser oder Polikliniken. Die bisherige Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) hatte sich für den Ausbau von Polikliniken eingesetzt, um ein engeres Miteinander von ambulanter und stationärer Behandlung zu haben. Seit vergangener Woche steht René Wilke (SPD) an der Spitze des Gesundheitsministeriums.

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